Nicht zuletzt große Vereine werfen in den kommenden Tagen einen genaueren Blick auf die Weltmeisterschaft, an der zahlreiche vielversprechende Talente teilnehmen und sich für einen weiteren Schritt auf der Karriereleiter empfehlen wollen. Alexander Rosen, Sportdirektor der TSG Hoffenheimempfindet diese Vorgehensweise allerdings nur bedingt für nötig und will sich laut ​kicker auch nicht vom frühzeitigen Transferschluss in der Premier League leiten lassen.


Am heutigen Donnerstag rollt der Ball ab 17 Uhr erstmals bei der Weltmeisterschaft, die dieses Jahr in Russland ausgetragen wird. Auch Alexander Rosen wird sich dem größten Ereignis des Weltfußballs nicht entziehen und einen Blick auf das Turnier werfen. Dabei verfolge er vor allem die Teilnehmer eines Kontinentes: "Ich bin sehr gespannt, was die Südamerikaner machen. Man kennt viele Spieler aus den Top-Ligen Europas, hat aber die taktische Ausrichtung der Nationalmannschaften nicht so auf dem Schirm", so der 39-Jährige.


Viele Spieler wechselten in den vergangenen Jahren nach einer erfolgreichen WM-Teilnahme zu größeren Vereinen, wie beispielsweise Keylor Navas und James Rodriguez, die sich im Sommer 2014 Real Madrid anschlossen. Nach dem erstmaligen Einzug in die Champions League stehen den Hoffenheimern in diesem Jahr zusätzliche Gelder zur Verfügung, doch Rosen sieht keine Notwendigkeit, ebenfalls in solche Muster zu verfallen: "Vielleicht betreiben einige Klubs, die es sich leisten können, eine Art von 'WM-Scouting'. Dann spielt da ein James Rodriguez oder wer auch immer überragend und ist der große Renner. Für Klubs auf unserem Niveau ist das nicht besonders sinnvoll."

TSG 1899 Hoffenheim v FC Bologna - Preseason Friendly

  Bilden ein erfolgreiches Duo: Alexander Rosen und Julian Nagelsmann (v.l.)


Mit den Verpflichtungen von ​Leonardo Bittencourt​Ishak Belfodil​Joshua Brenet und ​Vincenzo Grifo reagierten die Kraichgauer auf die Verluste in Person von Serge Gnabry und Mark Uth und scheinen ihren Kader für die kommende Spielzeit gut gerüstet zu sehen. Rosen & Co. bevorzugen es, die Planungen frühzeitig abzuschließen, um im Juli mit einem fast kompletten Kader in die Vorbereitung zu starten, weitere Transfers sollen lediglich im Ausnahmefall erfolgen. 


Dementsprechend sieht der Sportdirektor auch keinen Vorteil darin, dass die Vereine der Premier League nur noch bis zum Ligastart am zehnten August auf dem Transfermarkt tätig sein können: "Vielleicht kann es die Chance auf einen einzelnen Spieler geben. Insgesamt ist es für uns überhaupt kein Thema unsere Planungen auf diesen späten Zeitpunkt auszulegen." Aus Hoffenheim scheint man daher in den kommenden Wochen nur noch wenig zu hören, stattdessen liegt der Fokus voll und ganz auf die kommende Saison, in der man zum zweiten Mal in Folge auch auf der internationalen Bühne vertreten sein wird.