Volker Struth ist der Berater von Timo Horn und Dominique Heintz. Der 52-Jährige hat nun erklärt, warum sich Horn trotz mehrerer Angebote für einen Verbleib beim 1. FC Köln entschieden hat und wie der Wechsel von Heintz zum SC Freiburg wirklich zustande kam.


Volker Struth ist einer der mächtigsten deutschen Spielerberater. Zusammen mit Dirk Nebel betreut der 52-Jährige mit seiner Agentur SportsTotal Stars wie die Nationalspieler Toni Kroos oder Marco Reus. Zum ​1. FC Köln hat Struth ein besonderes Verhältnis: "Der Effzeh ist mein Verein. Da mache ich keinen Hehl daraus", erklärt er in einem Interview mit dem Express.

1. FC Koeln v TSV 1860 Muenchen - 2. Bundesliga

Deutschlands mächtigstes Berater-Paar: Dirk Nebel (l.) und Volker Struth (r.).


Mit Köln ist er nicht nur emotional verbunden, sondern vor allem auch beruflich. Gleich zwölf Spieler des Effzeh werden von Struths Agentur beraten. Dazu gehören der Kapitän Matthias Lehmann, Tim Handwerker, Dominic Maroh, Marcel Risse, Simon Terodde, Milos Jojic, Lukas Klünter, Salih Özcan, Dominique Heintz und Timo Horn, sowie die beiden U19-Spieler Dominik Becker und Ismail Jakob.


Neben Klünter (Hertha BSC) und Maroh (Ziel unbekannt) wird auch Struths Klient Dominique Heintz die Kölner nach dem Bundesliga-Abstieg verlassen. Der 24-jährige Innenverteidiger ​schließt sich für drei Millionen Euro dem SC Freiburg an. Ein Abgang, der nicht allein auf den Willen des Spieler zurückzuführen sei, wie Struth nun verrät. Er habe auf Heintz' Wunsch hin mit dem Effzeh über einen Verbleib gesprochen. "Dort hat man mir zu verstehen gegeben, dass die sportliche Leitung auf eine andere Art Innenverteidiger setzt. Der Ball lag beim 1. FC Köln und sie haben sich für eine andere Lösung entschieden. Das muss man dann auch so akzeptieren", so der Berater.


Struth verrät: Horn und Heintz mit vielen Angeboten


Heintz wurde zuvor schon seit dem Winter mit einigen Top-Klubs in Verbindung gebracht. Vor allem Schalke und Dortmund wurden immer wieder genannt. ​Einen Wechselwunsch habe Heintz nach der Katastrophen-Hinserie in Köln aber nicht geäußert. "Im Winter dachte Dominique nur daran, das Wunder doch noch zu schaffen", versichert Struth. "Wir haben ihn in dieser Phase nicht mit Anfragen interessierter Klubs konfrontiert. Ich sage meinen Spielern in solchen Situationen immer: Konzentriert ihr euch auf das Sportliche, der Rest findet sich. Und klar, es haben sich große Klubs mit ihm beschäftigt", verrät er. Als klar gewesen sei, dass es für Heintz in Köln nicht weiter geht, habe man sich mit dem Interesse einer "Reihe anderer Klubs" beschäftigt. "Und da hat sich Freiburg mit Christian Streich am meisten bemüht. Das ist für ihn jetzt der richtige Schritt", befindet der 52-Jährige.

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Dominique Heintz (l.) sagt dem Effzeh auf Wiedersehen und wechselt nach Freiburg.


Etwas anders war die Situation bei Timo Horn. Den Schlussmann wollte der Verein als Identifikationsfigur unbedingt halten - und auch der 25-Jährige zog einen Verbleib auch in der zweiten Liga in Betracht. "Anfang April gab es gesteigertes Interesse von drei, vier Klubs. Aber Timo sagte: Wenn es nicht die absolute Top-Kategorie ist, ​dann bleibe ich in Köln", erzählt Struth. 

1. FC Koeln v FC Schalke 04 - Bundesliga

Will den Abstieg wieder "geraderücken": Köln-Keeper Timo Horn.


Neben Horn entschloss sich auch der viel umworbene Nationalspieler Jonas Hector für den Gang in Liga zwei. "Es gab in der Mannschaft eine Dynamik, weil mehrere Spieler gesagt haben, sie wollen das wieder geraderücken. Er hätte ja auch noch warten können, ob sich noch etwas ergibt. Schließlich hatte er nach der Bekanntgabe noch zwei Monate eine scharfe Ausstiegsklausel. Aber er hat sich klar entschieden: Wir machen das jetzt so. Und das finde ich dann auch straight", meint Struth zum Entschluss seines Klienten.