​Die deutsche Nationalmannschaft hat die Generalprobe vor der Weltmeisterschaft in Russland ohne zu glänzen bestanden. Gegen den Rivalen der russischen Fußballauswahl im Eröffnungsspiel der diesjährigen WM siegte die DFB-Auswahl in Leverkusen vor 30.210 Zuschauern mit 2:1, ohne dabei allerdings zu glänzen.


Joachim Löw entschied sich dafür, eine ​Elf aufzubieten, die auch bei einem potenziellen Gruppenspiel beim anstehenden Turnier spielen könnte. Vor Neuer begannen Hector, Hummels, der wieder genesene Boateng und Kimmich. Während Khedira und Kroos im Mittelfeld starteten, gab Reus ohne den verletzten Özil den Zehner, neben Draxler und Müller, sowie vor Timo Werner im Sturm.

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Erzielte das erste Tor der Partie: Timo Werner



In der achten Minute untermauerte die deutsche Mannschaft gleich den Favoriten-Status. Kimmich leitete den Ball mustergültig per Chip in die Spitze zu Marco Reus weiter, der den Ball nur noch zu Werner querlegen musste. Ein frühes 1:0 für den amtierenden Weltmeister. Gleich zwei Minuten später traf Reus nur den Pfosten - die Deutschen wollten augenscheinlich früh und wild beginnen.


Kombinationsfußball lieferte die DFB-Elf in der 32. Minute: Letztlich verfehlte ein Kopfball von Werner sein Ziel nur knapp. Zuvor hatte man ungenaue Aktionen vom Weltmeister gesehen, in Verbindung mit einigen Abseitssituationen oder ungenauen Pässen. Dominant präsentieren sich die Deutschen natürlich in puncto Ballbesitz, wobei die Saudis einige gute Ansätze zeigten.


Nach einem Fehlpass von Khedira kam der Gegner in der 37. Minute zu einem nicht ungefährlichen Abschluss. Der Mittelfeldspieler von Juventus hatte zuvor auf der Gegenseite erneut nur den Pfosten getroffen. Etwas müde sortierte sich die deutsche Hintermannschaft in der 38. Minute gleich im Anschluss. Mit voller Konzentration agierten zu diesem Zeitpunkt nicht alle DFB-Stars.


Ein wenig mehr ging über die deutsche Offensive, doch ein Treffer in der 42. Minute wurde wegen Abseits nicht anerkannt - zu Unrecht allerdings, wie die Zeitlupe bewies. Der Videobeweis kam in Leverkusen jedoch nicht zur Verwendung.

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Erzielte das zwischenzeitliche 2:0: Thomas Müller



Kurz vor der Halbzeit, in der 43. Minute, war es schließlich Thomas Müller inklusive Gegenspieler, der das 2:0 erzielte. Reus auf Werner, der den Ball von der linken Außenseite nach innen herein gab und Müller bediente, der den Gegenspieler Omar Hawsawi quasi zum Eigentor zwang.


Zur zweiten Halbzeit wechselte der Bundestrainer durch: ter Stegen und Süle ersetzten Neuer und Boateng. Das Tempo wurde in der zweiten Halbzeit beim Gastgeber dann etwas höher. In der Folge ergaben sich mehrere Halbchancen für die Deutschen, doch der Keeper der Saudis kam immer besser ins Spiel. Unter Pfiffen wurde in der 57. Minute Ilkay Gündoĝan empfangen, der seinen ehemaligen Teamkollegen Marco Reus ersetzte.


In der 61. Minute kam Al Dawsari zur Chance auf den Anschlusstreffer. Nachdem er sich gegen drei DFB-Kicker behauptete, verfehlte er das Tor von Manuel Neuer nur knapp. Für Werner war im übrigen nun Mario Gómez im Spiel. In Minute 73 scheiterte Müller am wieder mal gut reagierenden Schlussmann der Gäste, Al-Mayouf, mit der beste Mann auf dem Platz. 


Mit Julian Brandt betrat ein Leverkusener sein Wohnzimmer, Thomas Müller verließ den Rasen. Jener Brandt, der von Gómez auf der Außenbahn gleich im Zentrum in das Spiel gebracht wurde, das Tor dort aber um wenige Meter verfehlte. Minute 81: Ginter ersetzte den gut spielenden Kimmich.


Nachdem nur noch wenig Bewegung im Spiel und die Stimmung in der BayArena zudem bescheiden war, kamen die Saudis in der 84. Spielminute zum Anschlusstreffer. Khedira hatte sein Bein ausgefahren und der Gegenspieler nahm die sich ihm bietende Chance dankbar an. Marc-Andre ter Stegen hielt den fälligen Elfmeter, wurde dann allerdings von Al-Jassim per Nachschuss überwunden.


In der 91. Minute hat der Weltmeister noch Glück, nicht das 2:2 zu kassieren. So gestaltete die Elf von Joachim Löw die WM-Generalprobe zwar erfolgreich, doch die Leistung ließ zuweilen zu wünschen übrig. Dass man zum Ende beinahe noch 2:2 "verloren" hätte, dürfte Löw zu denken geben.