In Portugal ist man sich sicher: Cristiano Ronaldos Abschied von Real Madrid ist beschlossene Sache. CR7 befinde sich im Zwist mit der Vereinsführung und fühle sich nicht genug wertgeschätzt. Seiner Forderung nach einer Gehaltserhöhung wollen die Königlichen nicht nachkommen. Deshalb stehe nun fest: Ronaldo verlässt Real. 


"Unwiderruflich: Ronaldo verlässt Real", titelt die portugiesische Sportzeitung Record in ihrer Donnerstagsausgabe und sorgt damit für den nächsten Schock bei den ​Königlichen. Zugegeben, Berichte über den angeblich beschlossenen Abschied von CR7 aus Madrid sind keine allzu große Seltenheit. Dieses Mal scheinen sich die Zeichen für die wahr werdende Prophezeiung allerdings zu verdichten.

Da wären zunächst die ​Worte des Weltfußballers nach dem Champions-League-Triple: "Es war sehr schön bei Real Madrid zu spielen", hatte Ronaldo unmittelbar nach dem Abpfiff erklärt. Es folgte zwar die ​Relativierung bei der Feier in Madrid, die Zweifel an der Zukunft des Portugiesen bei den Königlichen aber blieben. Folgt man dem Bericht aus seiner Heimat, hätten mehrere Gründe für seinen Entschluss gesorgt.


Mangelnde Wertschätzung - Welche Rolle spielt Neymar-Werben?


Der wichtigste sei die mangelnde Wertschätzung, die er von den Klubbossen erfahre. Vor allem das Verhältnis zu Präsident Florentino Perez soll stark belastet sein. Hintergrund sind die Forderungen des 33-Jährigen nach einer weiteren Gehaltserhöhung, die - so denkt offenbar Ronaldo - seinem Status gerecht werden soll. Im aktuell bis 2021 laufenden Kontrakt soll ein Netto-Gehalt von 21 Millionen Euro pro Saison vereinbart sein. ​Ronaldo fordere nun aber eine unglaubliche Jahresgage von 80 Millionen Euro - allerdings brutto.

Real blockt diese jedoch ab. Zum einen, weil man Geld sparen wolle, um einen Transfer von Neymar zu realisieren, zum anderen, weil es Zweifel an Ronaldos künftiger Leistungsfähigkeit geben soll. Die unauffälligen Auftritte im Champions-League-Halbfinale und -Endspiel sehe man als erstes Indiz für den Leistungsabfall im fortgeschrittenen Fußballer-Alter. Darüber hinaus dürfte CR7 vom Werben um Neymar nicht wirklich begeistert sein. 


Ronaldo verliert seine Vertrauten im Team


Für Ronaldo falle auch der Abgang von Zinedine Zidane ins Gewicht. Sein Verhältnis zum Franzosen galt als sehr eng. Zidane wusste genau, wie er mit Ronaldo umgehen muss und gab ihm zum richtigen Zeitpunkt seine Pausen. Etwas, das zuvor noch undenkbar schien. Des Weiteren habe CR7 Stück für Stück seine engsten Vertrauten im Team verloren. Vor Trainer Zidane waren das die Landsmänner Pepe, Fábio Coentrão und Bayern-Leihgabe James Rodriguez. Gründe, die neben seinem verbrieften Frust über das Verhalten der Vereinsbosse zu seinen Wechsel-Absichten geführt haben sollen.


Geklärt konnten die Unstimmigkeiten bislang nicht werden: Generaldirektor Jose Angel Sanchez hatte sich vor einer Woche offenbar mit Ronaldos Berater Jorge Mendes getroffen. Dabei soll der Klub bekräftigt haben, dass man den Forderungen Ronaldos nicht nachkommen möchte. Am Donnerstag oder Freitag sollen weitere Verhandlungen folgen. Es war wohl der letzte Stein, der den "unumstößlichen" Entschluss, Madrid zu verlassen, ins Rollen gebracht hat. 

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Bahnt sich ein Mega-Deal an? CR7 und Neymar könnten die Trikots tauschen.



Endgültige Klarheit soll noch vor Beginn der Weltmeisterschaft herrschen. Europameister Portugal steigt mit Anführer Ronaldo am 15. Juni in das WM-Turnier ein - gleich mit dem Kracher gegen den iberischen Nachbarn Spanien. Dann könnte das Rennen um CR7 eröffnet sein. PSG gilt als Kandidat - möglicherweise in einem Tauschgeschäft mit Neymar. Ex-Klub Manchester United mit Trainer José Mourinho ist ebenfalls ein wahrscheinliches Ziel. Die Record schreibt auch von Interessenten aus Italien.