Lange Zeit arbeitete der Hamburger SVan einer Verpflichtung von Christian Fassnacht und schien im Rennen um den Flügelspieler von Young Boys Bern gute Karten zu haben. Doch die hohen Ablöseforderungen des Schweizer Meisters machen den Hanseaten nun wohl endgültig einen Strich durch die Rechnung, wie die Hamburger Morgenpost berichtet.


​Nicolai Müller hat den HSV nach vier Jahren verlassen, Filip Kostic scheint ebenfalls mit einem Abschied aus der Hansestadt zu liebäugeln. Die Verantwortlichen um Kaderplaner Johannes Spors, der vor der ​Verpflichtung von Ralf Becker als neuer Sportvorstand die Geschicke leitete, arbeiteten allerdings schon länger an einer Lösung und schienen mit Christian Fassnacht bereits einen passenden Ersatz auf den Außenbahnen gefunden zu haben. Der 24-Jährige wechselte vor der Saison für eine Million Euro vom FC Thun zu den Young Boys Bern, absolvierte in dieser Saison insgesamt 49 Pflichtspiele und erzielte 14 Tore und acht Torvorlagen.


Zwar habe unter anderem ​Eintracht Frankfurt um Adi Hütter, der zur neuen Saison von den Young Boys zur Eintracht wechselt, der MoPo zufolge ebenfalls Interesse am Flügelflitzer bekundet, doch Fassnacht ziehe es aufgrund der Spielweise von Christian Titz nach Hamburg. ​Der Knackpunkt war jedoch von Anfang an die Ablösesumme: Demnach verlangen die Schweizer fünf Millionen Euro für ihren Spieler, was sich der HSV nach dem Abstieg wohl kaum leisten kann. 


Fassnacht selbst ​drängte in den letzten Tagen auf eine zügige Entscheidung der Verantwortlichen, bis zum Ende dieser Woche wolle er wissen, ob der HSV nun ernst mache oder ob man sich von einem Transfer distanziert. Mittlerweile ist die Entscheidung gefallen: Der Transfer wird nicht über die Bühne gehen.


Becker kündigt Kursänderung an


"Fakt ist, dass in der Zweiten Liga alles kleiner wird, vor allem die Ablösesummen. Die Zweite Liga muss für uns insgesamt ein wichtiger Markt werden", ​erklärte Becker seine Herangehensweise auf dem Transfermarkt gegenüber dem Hamburger Abendblatt. Er suche lieber nach Spielern, die mit der zweiten Liga vertraut sind, schloss jedoch auch nicht aus, sich "punktuell" mit Spielern aus dem Ausland zu verstärken. Der 47-Jährige, der bis vor kurzem noch als Geschäftsführer Sport bei ​Holstein Kiel tätig war, wolle gemeinsam mit Bernd Hoffmann einen sparsameren Kurs fahren, besonders die Ausgaben für die in den vergangenen Jahren hohen Spielergehälter sollen verkleinert werden. 


DSC Arminia Bielefeld v Holstein Kiel - Second Bundesliga

 Klare Kante: Ralf Becker führt den HSV schon jetzt nach seinem Belieben


Auch was die Ablösesummen betrifft, scheint es so, als würde man an der Elbe in den kommenden Wochen nur noch kleinere Brötchen backen, weshalb Christian Fassnacht definitiv nicht nach Hamburg wechseln wird. Interessenten scheint es jedoch allemal zu geben, weshalb sich der Spieler in diesem Sommer möglicherweise doch noch einem anderen Verein anschließen wird.