​Chelsea-Eigentümer Roman Abramowitsch hat sich nach anhaltenden Problemen in Bezug auf seine Visum zuletzt einen israelischen Pass zulegen wollen. Englischen Medienberichten zufolge könnte selbst dies jedoch nicht das Problem seiner Aufenthaltsgenehmigung in England lösen. Der russische Milliardär muss das Land wohl dennoch verlassen.


Der Besitzer des englischen Spitzenklubs ​FC Chelsea wird dem Guardian zufolge auch mit einem israelischen Pass nicht in Großbritannien arbeiten dürfen. Wie sich am Montag herausstellte, hat der ehemals in Russland ansässige Milliardär die israelische Staatsbürgerschaft erhalten und ist nach Tel Aviv gezogen. 


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Seit Sommer 2003 Eigentümer des FC Chelsea: Milliardär Roman Abramowitsch



Abramowitsch, der ​zuletzt angeblich mit Verzögerungen bei der Verlängerung seines britischen Visums konfrontiert war, darf nach Angaben der Downing Street mit seinem israelischen Pass bis zu sechs Monate lang visafrei in das Vereinigte Königreich reisen, aber nicht in dem Land arbeiten. Das bestätigte eine Sprecher von Premierministerin Theresa Mays am Mittwoch, der allgemein erklärte: "Personen mit israelischen Pässen sind Nicht-Visa-Bürger, was bedeutet, dass sie kein Visum benötigen, um für einen Zeitraum von maximal sechs Monaten als Besucher nach Großbritannien zu kommen. Israelis müssen ein Visum beantragen, wenn sie in Großbritannien leben, arbeiten oder studieren wollen." Weiterhin sei es sei Sache der Einwanderungsbehörden, die Einhaltung dieser Bedingungen zu überwachen. Das Innenministerium wurde für weitere Details bereits kontaktiert.


Das israelische Innenministerium bestätigte am Montag das Angebot der Staatsbürgerschaft. "Roman Abramovich kam wie jeder andere in der israelischen Botschaft in Moskau an", so ein Sprecher der israelischen Regierung. "Er stellte einen Antrag auf eine Einwanderungsgenehmigung, seine Dokumente wurden nach dem Rückkehrgesetz geprüft, und er wurde für geeignet befunden." Israel gewährt jeder jüdischen Person, die dorthin ziehen möchte, die Staatsbürgerschaft, ein Pass kann im Anschluss sofort ausgestellt werden. Abramowitsch, der Jude und ein regelmäßiger Gast in Israel ist, hat in den vergangenen Jahren mehrere Millionen für israelische Forschungs- und Entwicklungsprojekte gespendet und zudem in lokale Firmen investiert. 


Der 51-Jährige hat sich bislang noch nicht den jüngsten Entwicklungen geäußert. Es wird jedoch vermutet, dass er gebeten worden sein könnte, die Quelle seines Reichtums zu erklären, bevor ihm ein neues Visum für das Vereinigte Königreich erteilt werden konnte. Sein bisheriges Visum, das es jedem, der mehr als 2 Millionen Pfund in die britische Wirtschaft investiert, erlaubt, 40 Monate zu bleiben, wurde vor der Einführung strengerer Vorschriften im April 2015 erteilt.