Das Wechseltheater um Robert Lewandowski geht in eine neue Runde. Nachdem Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Rummenigge einen Verkauf des Mittelstürmers vor rund drei Wochen kategorisch ausgeschlossen hatte,​ ​bittet der polnische Nationalspieler nun offiziell um die Freigabe. Die Verantwortlichen des FC Bayern München müssen nun abwägen, ob man den wechselwilligen Angreifer behalten oder mit ihm im Sommer richtig Kasse machen will. 


"Robert fühlt, dass er eine Veränderung und eine neue Herausforderung in seiner Karriere braucht. Die Verantwortlichen des FC Bayern wissen darüber Bescheid", ließ Lewandowski-Berater Pini Zahavi gegenüber der Sport Bild verlauten. Damit ist nun endgültig offiziell, worüber seit mehreren Wochen spekuliert wurde. Der 29-Jährige will den deutschen Rekordmeister nach vier Jahren verlassen. An der aktuellen Sachlage ändert der Wechselwunsch des Ex-Dortmunders zunächst wenig.

​​Da der Mittelstürmer vertraglich noch bis 2021 gebunden ist, haben die Münchner Verantwortlichen alle Trümpfe in der Hand. Die Bayern haben in der Vergangenheit bereits mehrmals gezeigt, dass sie selbst bei horrenden Ablösesummen nicht schwach werden und auf die bestehenden Verträge pochen. Auch bei der Personalie Lewandowski deutet vieles daraufhin, dass die Klub-Bosse hart bleiben und dem Polen keine Freigabe erteilen. In der abgelaufenen Saison hat der 29-Jährige seine Qualitäten erneut wieder eindrucksvoll unter Beweis gestellt und in 48 Pflichtspielen 41 Treffer erzielt. 


Aus sportlicher Sicht würde ein Verkauf daher absolut keinen Sinn ergeben, wobei Lewandowski im Champions-League-Halbfinale gegen ​Real Madrid sowohl im Hin- als auch im Rückspiel eine enttäuschende Vorstellung ablieferte und dafür viel Kritik einstecken musste. Laut Angaben der Bild-Zeitung war es in den letzten Wochen der Saison auffällig, dass sich der Mittelstürmer im Training hängen ließ und offenbar nicht mehr zu 100 Prozent bei der Sache war.


FBL-FRA-LIGUE1-PSG

Star-Berater Pini Zahavi (l.) vertritt seit Ende Februar auch Robert Lewandowski


Sollte der FC Bayern dem Angreifer die Freigabe verweigern, besteht die Gefahr, dass der polnische Nationalspieler in der kommenden Saison mit seiner negativen Einstellung Unruhe in die Mannschaft bringt. Welch negative Auswirkungen ein wechselwilliger Spieler auf den Rest des Teams haben kann, zeigte sich bei ​Borussia Dortmund und Pierre-Emerick Aubameyang im vergangenen Winter. Fraglich ist allerdings auch, ob Lewandowski zu ähnlichen Mitteln greifen würde, um seinen Wechsel zu erzwingen. 


Beim FC Bayern wird man nach der öffentlichen Bitte um eine Freigabe vielleicht doch noch einmal ins Grübeln kommen. Den Berichten zufolge will Zahavi dem deutschen Rekordmeister dabei helfen, einen geeigneten Ersatz für Lewandowski zu finden. Im Raum steht ein Tauschgeschäft, bei dem die Münchner zusätzlich noch eine stattliche Ablöse kassieren sollen. PSG-Angreifer Edinson Cavani und Alvaro Morata (​FC Chelsea) werden als Kandidaten gehandelt.


Chelsea v Huddersfield Town - Premier League

Alvaro Morata soll beim FC Chelsea unzufrieden sein


Zudem muss man bedenken, dass 'Lewy' nicht mehr der Jüngste ist und im August 30 Jahre alt wird. Sollte der FC Bayern im Rahmen eines Tauschgeschäftes einen jüngeren Angreifer mit ähnlichen Fähigkeiten bekommen, wäre dies sicherlich eine Überlegung wert. Es bleibt abzuwarten, wie die Verantwortlichen des deutschen Rekordmeisters in den nächsten Tagen auf den öffentlichen Wechselwunsch ihres Top-Torjägers reagieren werden. ​​