Eigentlich wollte Alexander Meier seine Karriere bei der Eintracht beenden. Nun muss der Frankfurter "Fußballgott" die SGE verlassen. Sportvorstand Fredi Bobic beteuerte, die Trennung sei einvernehmlich erfolgt - hinter den Kulissen soll allerdings ein Machtkampf getobt haben. Gespräche über eine Verlängerung habe es gar nicht gegeben.


"Fußballgott" Alex Meier wird nie wieder das Trikot von ​Eintracht Frankfurt tragen - zumindest nicht bei einem Pflichtspiel für die SGE. Am Montagabend verkündete der Klub, dass der Vertrag mit der Stürmer-Ikone nach 14 Jahren nicht verlängert wird. ​"Wir müssen sagen, dass wir hier aus sportlichen Gründen eine Veränderung anstreben und auf jüngere Spieler setzen möchten. Alex versteht das und er weiß, dass er bei seiner Eintracht jederzeit herzlich willkommen ist“, wird Sportvorstand Fredi Bobic in einer Stellungnahme zitiert. 


Der 46-Jährige ist sich der Gratwanderung wohl bewusst: Mitten in der Pokalsieg-Euphorie verlieren die Anhänger ihren Liebling. Bobic versuchte deshalb die Trennung ​im beidseitigem Einverständnis zu verkaufen und verweist auf den Anschlussvertrag, den Meier bei der SGE besitzt. 

So wie man Meier kennt, äußerte sich dieser auf das Eintracht-Aus zunächst zum Wohle des Klubs, bei dem er 14 Jahre aktiv war. "Jeder weiß, dass ich gerne weiter für die SGE gespielt hätte. Aber ich respektiere natürlich die Entscheidung des Vereins“, erklärte der 35-Jährige. Die Enttäuschung konnte man aber da schon herauslesen. Meier will nach einer verletzungsgeplagten Saison weiterspielen - und hätte das am liebsten bei der Eintracht gemacht. "Es ist sehr traurig, ich bin sehr traurig. Ich wollte meine Karriere doch bei der Eintracht beenden“, sagte er im Gespräch mit der ​Frankfurter Rundschau.


Gespräche über neuen Vertrag waren offenbar nie angedacht


"Es tut mir sehr leid, dass ich mich nicht mal von den Fans verabschieden konnte. Im Stadion oder auf anderem Wege“, bedauerte Meier. Der 35-Jährige hätte diese Entwicklung kommen sehen können, wollte sie aber bis zum Schluss nicht wahrhaben. Denn wie die Frankfurter Rundschau schreibt, habe es nie Gespräche über die Verlängerung seines auslaufenden Spieler-Vertrages gegeben. Die Sportliche Führung habe sich schon seit geraumer Zeit ​gegen einen Meier-Verbleib entschieden

"Es ist ganz komisch. Ich kann mir gar nicht vorstellen, aus dem Urlaub zu kommen, nicht in Frankfurt zu landen und bei der Eintracht das Training aufzunehmen“, so Meier, der sich nach dem Schock irgendwie verloren fühlt. "Ich bin sehr, sehr enttäuscht. Ich weiß erst mal gar nicht, wo ich hin soll, wo ich leben soll. Ich gehöre in die Stadt. Das war meine Heimat.“


Im Klub soll es vor der Entscheidung zu einem Machtkampf hinter den Kulissen gekommen sein. Während sich Fredi Bobic und Sportdirektor Bruno Hübner klar gegen einen Meier-Verbleib positioniert hatten, hätten sich die Aufsichtsräte und Präsident Peter Fischer für den Routinier ausgesprochen. Am Ende setzte sich die sportliche Führung durch und versetzte so der treuen Klub-Ikone und den Anhänger einen herben Schlag. Nach der gar nicht so einvernehmlichen Trennung von Meier müssen Bobic und Hübner aufpassen, dass die Stimmung in Frankfurt nicht kippt.