​Jochen Sauer, einst Geschäftsführer bei RB Salzburg, ist nun als Leiter der Nachwuchsabteilung beim ​FC Bayern München tätig. Der 45-Jährige sprach jüngst in einem Interview mit der Südwest Presse über den neuen FC Bayern Campus und die Ziele und Gegebenheiten beim deutschen Rekordmeister.


Zunächst betonte Sauer, der seine Stelle beim FC Bayern München im Juli 2017 antrat, dass man mit dem neuen FC Bayern Campus in Deutschland eine Spitzenreiter-Position einnehmen wolle und es das Ziel sei, Stars auch künftig aus dem eigenen Nachwuchs an das Profi-Team heranzuführen. "Natürlich haben wir das große Ziel, immer wieder Spieler aus der Nachwuchsabteilung zu den Profis durchzubringen. Dabei spielt auch die Infrastruktur eine sehr große Rolle. Mit dem FC Bayern Campus sind wir wieder konkurrenzfähig, wenn es um die Verpflichtung der talentiertesten Spieler geht", so Sauer, der noch ergänzte:


FC Bayern Muenchen Audi Summer Tour - Day 6

Vorbild Alaba und Müller: Künftig sollen es wieder mehr Talente aus dem eigenen Nachwuchs in das Profi-Team des FC Bayern schaffen


"Das ist die Basis, um in den nächsten Jahren hoffentlich immer wieder Spieler zu Profis zu machen. Wenn man oben einen anbieten kann und der Spieler im Kader ist, dann muss die Profiabteilung den Platz nicht extern besetzen und kann sich Investitionen sparen. Das Ziel haben wir."


Die Entwicklung soll auch im Bereich Jugendfußball wie bei den Profis dazu führen, dass man in Europa zu den fünf besten Klubs zählt, wie er weiterhin andeutete. "Der FC Bayern steht alleine schon mit seinem Namen und den sportlichen Erfolgen ganz oben in Deutschland. Was die Rahmenbedingungen angeht, stehen wir jetzt sicherlich auf einer Stufe mit den führenden NLZ in Deutschland. Wir haben aber die Zielsetzung, uns klar an die Spitze zu setzen. Im Internationalen Vergleich ist es immer schwierig zu beurteilen, weil die Bedingungen im Nachwuchsbereich unterschiedlich sind. Wir wollen uns auch international dahin entwickeln, dass wir uns wie die Profimannschaft zu den Top 5 in Europa zählen können."


FC Bayern Campus Opening Ceremony

Keine pauschale Schmerzgrenze: Wie viel Geld werden die Bayern künftig für Talente ausgeben?


Der Leiter des für 70 Millionen Euro erbauten Projektes des FC Bayern rechtfertigt das Abwerben von Talenten von kleineren Klubs mit den üblichen Regeln des Marktes und betont weiterhin, dass es keine pauschale Schmerzgrenze für bestimmte Talente gibt. 


"Wir haben uns über Schmerzgrenzen innerhalb des Clubs noch nie wirklich unterhalten, weil eine pauschale Aussage einfach nicht möglich ist. Es hängt immer vom Einzelfall ab. Welche Entwicklungschancen hat der Spieler, wo kann er landen? Dann fangen wir an darüber zu reden, was könnte der Spieler Wert sein bzw. was muss ich für einen vergleichbaren Spieler bezahlen. Das sind immer Einzelfallbetrachtungen, bei denen man nicht pauschal sagen kann, das ist das Maximum was ich für einen 15- oder 16-Jährigen ausgeben kann. Es ist nicht möglich, da eine allgemeine Definition festzulegen", so Sauer weiter. Es bleibt also abzuwarten, wie viel Geld die Bayern zukünftig für Jugendspieler in die Hand nehmen werden.