Obwohl Manuel Neuer seit mehreren Monaten nicht mehr bei einem Pflichtspiel zwischen den Pfosten stand, wurde der mehrmalige Welttorhüter in den vorläufigen WM-Kader von Deutschland berufen. Eine Teilnahme ohne jegliche Spielpraxis, dass stellte DFB-Torwarttrainer Andreas Köpke in einem Interview erneut klar, ​mache jedoch keinerlei Sinn. Das Testspiel gegen Österreich soll daher als wichtiger Härtetest herhalten.


Aktuell bereitet sich die ​deutsche Nationalmannschaft im Trainingslager in Tirol auf die Endrunde in Russland vor. Dabei trifft 'die Mannschaft' zwei Tage vor der endgültigen Nominierung in einem Testspiel auf Österreich. Das Spiel gegen das Team von Nationaltrainer Franco Foda soll die Entscheidung in der Causa Neuer geben. "Ich glaube, das kann man so klar sagen: Gegen Österreich sollte Manuel spielen können. Wenn er da auch keinen Einsatz hat, braucht man über eine WM nicht zu reden", stellte Köpke in einem Gespräch mit der Süddeutschen Zeitung klar.

Bislang spricht aber vieles dafür, dass man in Russland wieder mit Neuer rechnen muss. Bei einem geheimen 60-minütigen Testspiel gegen die deutsche U20, das die Mannschaft von Joachim Löw souverän mit 7:1 gewann, ​durfte der 32-Jährige 30 Minuten ran. Dabei soll er nach Informationen der BILD wieder ganz der Alte gewesen sein und über keinerlei Schmerzen geklagt haben.​


Bereits am Wochenende hatte die Nummer eins des ​FC Bayern München laut bundesliga.com erklärt, dass sein Gesungsprozess abgeschlossen ist. "Mein Fitnesszustand ist gut. Unsere Trainer und Fitnesstrainer sind sehr zufrieden. Sie haben mich wieder in eine gute Form gebracht und ich habe auch bei den Bayern hart gearbeitet, ich bin also sehr optimistisch", so der gebürtige Gelsenkirchener.


Um endgültig grünes Licht geben zu können, bedarf es jedoch nach Ansicht von Köpke weiterer Trainingseindrücke. "Bei diesem Prozess hilft ihm jede einzelne Minute eines Trainingsspiels. Denn diese spontanen Spiel- und Entscheidungssituationen sind ja genau das, was ich im normalen Torwarttraining nur schwer simulieren kann", so der ehemalige Nationaltorhüter.


Zudem sei es wichtig, gemeinsam ein "Gefühl für die entscheidende Frage zu entwickeln, ob die knappe Spielpraxis am Ende ausreicht". Dabei müsse berücksichtigt werden, ob Neuer sich auf dem Platz wieder wohlfühlt und inwiefern er in der Lage ist, "Risiken und Räume und enge Spielsituationen" wieder so exakt abzuschätzen, wie er das für sein "offensives Torwartspiel" braucht.


Um die für alle Beteiligten beste Lösung zu finden, sei es zudem wichtig, dass der Trainerstab und der Ausnahmetorhüter sehr offen miteinander kommunizieren, schließlich kenne der 74-fache Nationalspieler seinen Körper am besten. "Manuel kennt seine Verantwortung gegenüber den Mitspielern, gegenüber dem Trainerstab, man kann sagen: gegenüber ganz Deutschland", so der langjährige Vertraute von Joachim Löw.