Im Champions-League-Finale zwischen Real Madrid und dem FC Liverpool begegneten sich beide Mannschaften auf Augenhöhe, ehe die Mannschaft von Jürgen Klopp den frühen Rückschlag, bedingt durch Mohameds Salah Verletzung, nicht verkraften konnte. Im zweiten Durchgang wurde Real besser und siegte nach zwei bitteren Patzern von Loris Karius mit 3:1 und holt sich damit nicht nur den 13. Champions-League-Titel insgesamt, sondern setzte sich zum dritten Mal in Folge die Krone auf.


​Zinedine Zidane wählte ein 4-4-2 mit Carvajal, Varane, Ramos und Marcelo in der Viererkette hinter der Mittelfeldraute, die aus Casemiro, Modric, Kroos und Isco bestand. In der Doppelspitze agierte neben Ronaldo Benzema.


Jürgen Klopp vertraute auf sein gewohntes 4-3-3 mit Alexander-Arnold, Lovren, van Dijk und Robertson in der Abwehr. Vor dem Dreigespann im Mittelfeld, in dem sich Henderson, Wijnaldum und Milner formierten startete das Sturmtrio Mane, Firmino und Salah.


Der FC Liverpool brannte auf dieses Finale, und das war den Spielern von Jürgen Klopp von Beginn an anzumerken. Die Mannschaft zeigte schnell ihr schnelles Offensivspiel und versteckte sich keineswegs, kam gegen die tiefstehende Abwehrreihe der Königlichen allerdings nicht zum Abschluss. Real hingegen hatte deutliche Probleme im Aufbauspiel, da Liverpool die Anspielstationen gut anlief und somit verhinderte, dass der Gegner gefährlich das Tempo aufziehen kann.


Doppelter Wechsel: Erst muss Salah runter, dann Carvajal


Der erste Abschluss gehörte zwar dem Titelverteidiger, allerdings ging der Schuss von Marcelo einige Meter neben das Tor (11.). Keylor Navas musste während der ersten Halbzeit auch nur ein einziges Mal eingreifen, als Alexander-Arnold aus wenigen Metern zum Schuss kam, doch der zuletzt viel kritisierte Costa Ricaner parierte (23.). Am Spielverlauf änderte sich erst etwas nach folgendem Sachverhalt: Nach einem Zweikampf, bei dem Salah von Ramos zu Boden gerissen wurde, landete der Ägypter unglücklich mit der Schulter auf dem Boden. Salah wurde behandelt, konnte zunächst weiterspielen, wurde kurz darauf allerdings unter Tränen ausgewechselt - Adam Lallana feierte seinen zweiten Einsatz seit seiner Oberschenkelverletzung vor wenigen Wochen (30.). 

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    Nach einer knappen halben Stunde fand der Abend für Mohamed Salah (l.) ein jähes Ende


Auch auf der Gegenseite musste Zidane bereits in Durchgang eins reagieren, als Carvajal nach einem Kontakt mit Robertson ebenfalls ausgewechselt werden musste, für ihn kam Nacho Fernandez (36.). Doch Salahs Verletzung hatte weitreichendere Folgen. Liverpool war offensiv kaum noch präsent, formierte sich in einem 4-4-2 und sah zu, wie Real nach und nach die Spielkontrolle übernahm und begann, die Partie zu dirigieren. Die Königlichen hatten immer wieder lange Ballstafetten, die von lautstarken Pfiffen der gegnerischen Anhänger begleitet wurden, konnten daraus jedoch kaum Kapital schlagen, da die Abwehr der 'Reds' aufopferungsvoll verteidigte.

Real Madrid v Liverpool - UEFA Champions League Final

 Bitter: Auch für Dani Carvajal ist die Partie vorzeitig beendet


Chancen waren noch immer Mangelware, doch in der Schlussphase waren die Madrilenen spürbar am Drücker. In der 43. Minute bugsierte Benzema den Ball aus wenigen Metern ins Tor, doch der Jubel dauerte aufgrund einer vermeintlichen Abseitsstellung von Ronaldo, dessen Kopfball unmittelbar davor von Karius pariert wurde, nur kurz. Wenig später scheiterte der eingewechselte Nacho mit einem Schuss ans Außennetz, ehe Benzema aus der zweiten Reihe erneut zum Abschluss kam und das Tor um einen halben Meter verfehlte (45., 45.+2). Somit ging es torlos in die Kabinen.


Benzema bestraft Karius - Mane schlägt zurück


Wie zum Ende des ersten Durchgangs hin war Real Madrid auch nach dem Seitenwechsel das aktivere Team, Liverpool hatte noch immer ein paar Schwierigkeiten. Dabei wurde es doppelt gefährlich. In der 48. Minute kam Isco nach einem Fehler von Lallana aus wenigen Metern zum Abschluss, Karius kam zudem zu hektisch raus - der Ball ging allerdings nur an die Latte. Drei Minuten darauf dann der Schock: Karius hielt den Ball im eigenen Strafraum nach einem ungenauen Pass von Kroos fest und wollte das Spiel schnell machen. Benzema streckte aus kurzer Distanz das rechte Bein raus und blockte so den Abwurf des Keepers erfolgreich ins Tor - 1:0 für Real (51.)!


Drei Minuten später bekam Liverpool einen Eckball. Milner schlug den Ball hoch zu Lovren, der das Leder in Richtung Fünfmeterraum köpfte. Mane musste lediglich einschieben - 1:1 (54.)! Das Tor kam nach dem vorherigen Auftritt der 'Reds' etwas überraschend, doch er schien kurzen Aufwind zu geben.


Bale kommt - und trifft traumhaft


Nach einer Stunde brachte Zidane Bale für Isco, und schien damit alles richtig zu machen: Der Waliser setzte  nach einer Hereingabe von Marcelo im Strafraum zum Fallrückzieher an und brachte den Ball sehenswert im oberen Toreck unter - 2:1 Real (64.)! Das Spiel bot im zweiten Durchgang einen hohen Unterhaltungswert, auch weil Liverpool nicht aufsteckte und in der 70. Minute die Möglichkeit zum Ausgleich hatte, doch Mane traf aus gut 18 Metern nur den Pfosten.


Das Spiel blieb weiter offen, doch Liverpool hatte Glück, dass Robertson einen Schuss von Ronaldo noch gerade so blocken konnte (76.). In der Schlussphase war Karius erneut zwei Mal im Fokus: In der 82. Minute parierte er einen Schuss von Benzema, doch nur wenig später patzte er erneut und besorgte Real den Titel-Hattrick: Bale hatte auf der rechten Außenbahn zu viel Platz, hielt aus etwa 30 Metern drauf und sah zu, wie der Ex-Mainzer den Ball nicht festhalten konnte, woraufhin der Ball trudelte ins Netz - 3:1 (83.)! Der Waliser hätte kurz darauf noch das 4:1 erzielen können, wurde allerdings von Lovren gestoppt.

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 Machte am Ende den Unterschied: Gareth Bale


Durch den Sieg schreibt Real Geschichte und holt als erste Mannschaft zum dritten Mal hintereinander die Champions League, nachdem die Mannschaft von Zinedine Zidane bereits im Vorjahr als erste Mannschaft den Titel verteidigte. Der FC Liverpool hingegen wird vor allem aufgrund der individuellen Fehler von Karius bitter enttäuscht sein. Der Final-Fluch von Jürgen Klopp, der nun sein sechstes Endspiel in Serie verlor, hält somit an.