Im Trainingslager von Südtirol ist Manuel Neuer seit dem ersten Trainingstag voll im Betrieb​ und kann sich derzeit berechtigte Hoffnungen darauf machen, sein WM-Ticket doch noch im letzten Moment zu lösen. Doch sollte der 32-Jährige mit nach Russland dürfen, dann ist für Bundestrainer Joachim Löw auch klar, dass er seine Zeit wohl kaum auf der Bank verbringen wird.


In den letzten Zügen der Saison nahm Manuel Neuer das Training beim ​FC Bayern München wieder auf, für einen Pflichtspiel-Einsatz reichte es allerdings noch nicht. Doch das DFB-Pokalfinale bot einen ersten Hinweis auf den Gesundheitszustand des Welttorhüters, der seinen mittlerweile dritten Mittelfußbruch erfolgreich auskurieren konnte und für die Partie gegen Eintracht Frankfurt immerhin für den Kader nominiert wurde.


​Auch Bundestrainer Joachim Löw wusste bestens über den Status Quo bescheid, nominierte Neuer für den ​vorläufigen WM-Kader und beobachtet derzeit die weiteren Fortschritte während der Trainingseinheiten in Neppan. Wie die ​tz meldet, werde er bei einem internen Testspiel der Nationalmannschaft gegen die U-20 Auswahl des DFB erstmalig wieder zwischen den Pfosten stehen, um erste Spielpraxis zu sammeln - denn ohne Einsatzminuten scheint er auf einen Platz im endgültigen Kader verzichten zu müssen.

Laut Co-Trainer Marcus Sorg mache Neuer "einen guten Eindruck." Doch diese Erkenntnis scheint noch nicht auszureichen: Gegenüber der ARD stellte Löw erneut klar, dass Neuer zu 100 Prozent für die Weltmeisterschaft bereit sein müsse, da er dann auch das Tor der deutschen Nationalmannschaft hüten werde: "Wenn er zur WM fährt, ist er die Nummer eins. Das war Manuel bislang immer.

Den Ersatztorwart Manuel Neuer werde es nicht geben, weshalb eine WM-Teilnahme nur unter folgender Bedingung erfolgt: "Wenn wir uns entscheiden, ihn dann auch mitzunehmen und er wirklich auch gesund ist. Und er selber das Gefühl hat, in guter Verfassung zu sein, dass alle Abläufe stimmen." 


Am vierten Juni ist der Stichtag für die Bekanntgabe des finalen Kaders, bis dahin muss neben Löw auch Neuer eine Entscheidung treffen. Trotz allen Ehrgeizes weiß er genau, dass eine erneute Verletzung möglicherweise das Karriereende bedeuten könnte. Diese scheint derzeit ausgeschlossen, doch ein weiterer entscheidender Faktor ist die mangelnde Spielpraxis. In den kommenden Tests werden weder Marc-André ter Stegen, noch Bernd Leno oder Kevin Trapp im Tor stehen dürfen, ansonsten droht doch noch das WM-Aus.