Am gestrigen Freitag wurde offiziell vermeldet, dass Martin Harnik Hannover 96 nach zwei Jahren verlassen und sich mit sofortiger Wirkung Werder Bremen anschließen wird.Der Stürmer ist bereits der dritte Neuzugang der Bremer, und gleichzeitig wohl auch der, der auf beiden Seiten die meisten Emotionen aufkommen lässt. Doch die Rückkehr an die Weser hängt nicht nur mit dem Verein zusammen, sondern auch mit einem ganz bestimmten Spieler: Max Kruse.


Für Martin Harnik habe sich nach acht Jahren  "ein Kreis" geschlossen. "Hier in Bremen bin ich Profi geworden und nun kehre ich fast zehn Jahre später wieder zurück. In der Zeit habe ich den Kontakt nie verloren und den Weg des Vereins immer verfolgt. Ich freue mich riesig darauf, wieder im Weser-Stadion vor den Fans spielen zu dürfen", sagte der 30-jährige Angreifer nach der ​Verkündung seines Wechsels von Hannover 96 zu Werder Bremen. Von 2006 bis 2010 lief Harnik - unterbrochen von einer einjährigen Leihe nach Düsseldorf - für Werder auf, absolvierte jedoch nur 23 Pflichtspiele für die erste Mannschaft und wechselte 2010 zum VfB Stuttgart.

1. FC Koeln v Werder Bremen - Bundesliga

 Für Werder Bremen sammelte Martin Harnik (l.) bislang 17 Bundesliga-Einsätze. In Zukunft werden einige mehr hinzukommen



Nun ist er wieder zurück in seiner Heimat und war bei seiner Anreise "voller Vorfreude", wie er im Interview auf werder.de erklärte. "Es ist, als ob man nach Hause kommt. Ich weiß, wer und was mich hier erwartet. Ich weiß, dass ich mich hier wohlfühle", führte der in Hamburg geborene Nationalspieler Österreichs fort. Doch trotz all der Emotionen um seine Rückkehr zu seinem einstigen Ausbildungsverein freue sich Harnik ganz speziell auf eine Sache: "In erster Linie darauf, mit Max (Kruse, d. Red.) zusammen zu spielen. Es war immer unser Traum, irgendwann in der Bundesliga zusammen auf dem Platz zu stehen."


Ähnlich wie Martin Harnik spielte auch Max Kruse zunächst für den SC Vier- und Marschlande, wechselte zeitgleich mit seinem künftigen Sturmpartner zu Werder Bremen. Beide erhielten 2007 ihren ersten Profivertrag, verließen den Verein jedoch zwei Jahre später gemeinsam. Kruse wechselte damals zum FC St. Pauli, Harnik hingegen wurde an Fortuna Düsseldorf verliehen. 


Harnik wisse gar nicht, ob er mit Kruse jemals gemeinsam auf dem Platz gestanden hätte. In der Bundesliga war dies tatsächlich nicht der Fall, weshalb die Vorfreude nun umso größer ist: "Mit Max zusammen zu spielen, wäre einfach etwas sehr besonderes. Wir kommen beide aus einem kleinen Dorfverein, habe beide eine passable Karriere auf den Weg gebracht und können jetzt voraussichtlich gemeinsam auflaufen. Dass das noch einmal möglich sein wird, habe ich nicht mehr für möglich gehalten." Der Kontakt sei "nie abgerissen. Wir haben uns immer unterstützt, uns im Urlaub regelmäßig getroffen, wenn es die Zeit zugelassen hat."


Nun als Trainer: Harnik trifft auch erneut auf Kohfeldt


Nach dem ersten Kontakt in der Winterpause habe sich auch Kruse involviert, doch Harnik respektierte die Entscheidung der Hannoveraner und blieb zunächst bis zum Saisonende. Nun trifft er in Bremen wieder auf seinen alten Weggefährten, allerdings auch auf Florian Kohfeldt, der seit dem 31. Oktober vergangenen Jahres als Trainer fungiert. "Er ist der erste Trainer, den ich Duzen muss", so Harnik mit einem Schmunzeln. 


Kohfeldt kenne er ebenfalls aus der gemeinsamen Bremer-Vergangenheit: "Flo und ich haben bei den Amateuren zusammengespielt. Er war dritter Torwart, hat häufig bei uns mittrainiert. Wir haben uns damals schon super verstanden."

SV Werder Bremen v Borussia Dortmund - Bundesliga

 Einst Harniks Mitspieler, nun sein Trainer: Florian Kohfeldt



Den eingeschlagenen Karriereweg des 35-Jährigen habe er "nie erwartet", doch als Kohfeldts Engagement in Bremen begann, habe sich Harnik "riesig gefreut." Daher habe auch der Coach in dem Transfer eine entscheidende Rolle gespielt: "Die Trainerposition ist für einen Spieler die wichtigste Position. Wenn da keine Sympathie bestünde oder man sich nicht einig wäre, macht das wenig Sinn. In den Gesprächen war er mir wie früher sehr sympathisch, seine Ideen klingen gut und seine Philosophie gefällt mir. Davon möchte ich ein Teil sein."


Harniks Rückkehr könnte nun einen entscheidenden Impuls bei der Vertragsverlängerung von Max Kruse geben, ​nachdem die Gespräche in den vergangenen Tagen ein wenig stockten. Nach den Verpflichtungen von ​Kevin Möhwald und ​Yuya Osako ist der 30-Jährige bereits der dritte Neuzugang für die kommende Saison, abgeschlossen sind die ​Kaderplanungen von Frank Baumann allerdings noch nicht. Doch nach dem Abgang von ​Ishak Belfodil hat man nun einen Ersatz, der neben seiner Torgefahr (elf Tore in 32 Spielen) auch in Sachen Harmonie punktet.