Im vorbereitenden Trainingslager von Südtirol wartet auf Bundestrainer Joachim Löw einiges an Arbeit​, darunter die Benennung des finalen Kaders für die Weltmeisterschaft. Bis zum 4. Juni haben alle 27 Teilnehmer die Gelegenheit, sich für das Turnier, das in wenigen Wochen beginnen wird, zu empfehlen - vier hingegen werden die Reise nach Russland nicht antreten. Der Bundestrainer sieht in der Entscheidungsfindung jedoch keine Eile und will sich bis zum Schluss Zeit lassen, ehe er sich Gedanken über die endgültigen Nominierungen macht.


​Der vorläufige Kader der deutschen Nationalmannschaft für die Weltmeisterschaft barg so manche Überraschung und knallharte Entscheidung von Joachim Löw. Neben ​Mario Götze und Andre Schürrle wurde unter anderem auch ​Sandro Wagner nicht berücksichtigt, stattdessen bekamen unter anderem ​Nils Petersen und Mario Gomez die Gelegenheit, in Eppan einen Platz im endgültigen WM-Kader zu ergattern. 


Bereits jetzt werden über mögliche Streichkandidaten spekuliert: Neben Petersen gelten Jonathan Tah, Niklas Süle und Kevin Trapp als diejenigen, die am wahrscheinlichsten zuhause bleiben werden. Auf der heutigen Pressekonferenz bat Löw jedoch um Geduld: "Alle sollen gleiche Chancen haben. Wir wollen keinen verunsichern", so der Bundestrainer. Zwar müsse man "abwarten", mögliche Vorüberlegungen gebe es jedoch nicht. "Die Entscheidung fällt kurz vor dem Ende."

Mit Timo Werner, Mario Gomez und Nils Petersen berief Löw gleich drei Mittelstürmer in den Kader, vor vier Jahren war Miroslav Klose noch der einzige. Daher verteidigte der 58-Jährige seine Entscheidung: "2014 sagte man uns nach, wir hätten keinen richtigen Stürmer. Man muss Gomez, Werner, Petersen unterschiedlich einsetzen. Jeder hat unterschiedliche Qualitäten." Er wolle sehen, "was zusammenpasst", zudem wolle er "einen Eindruck von Petersen gewinnen."

Sport-Club Freiburg v 1. FC Koeln - Bundesliga

    Von 32 Freiburger Toren in dieser Saison erzielte Nils Petersen 15 - und schoss sich                                                   damit möglicherweise zur WM


Im Großen und Ganzen sei er mit der bisherigen Leistung der Spieler zufrieden: "Wir sind alle so ehrgeizig. Alle wissen, was gefordert ist. Gier und Ehrgeiz sind ungebrochen." Zusätzliche Motivation sei daher nicht von Nöten. "Meine Mannschaft braucht keine neue Gier. Wir brauchen den Hunger nicht nach oben treiben", führte Löw fort.