​Die UEFA will mit dem Financial Fairplay den Fußball gerechter machen. Vereine sollen nicht mehr ausgeben, als sie einnehmen. Dem AC Mailand drohen nun heftige Strafen.


Das Finiancial Fair Play wurde eingeführt, um steigende Verschuldungen der europäischen Fußballclubs zu verhindern. Geregelt sind im FFP u. a. sportliche, infrastrukturelle, rechtliche und finanzielle Kriterien, die die Klubs erfüllen müssen. Stellt die UEFA-Finanzkammer einen Verstoß fest, drohen Strafen. Ein Ausschluss aus den europäischen Wettbewerben für ein Jahr ist die Höchststrafe. Des Weiteren können Geldstrafen verhängt werden, es kann eine Kaderreduktion verordnet werden, und es können Investitionen in Infrastruktur verordnet werden.

AC Milan Press Conference

MIlans neue Führungsriege umfasst David Han Li (links), Besitzer und Präsident Yonghong Li (Mitte) und CEO Marco Fassone (rechts)



Vor allem Vereine wie Manchester City und Paris Saint-Germain rückten in den Fokus des FFP. Der AC Mailand sorgte mit seiner Transferpolitik ebenfalls für Schlagzeilen. Ein chinesischer Investor will den Verein wieder an die Spitze Europas führen und kaufte den Verein im vergangenen Jahr für 740 Millionen Euro. Milan nahm viel Geld in die Hand und hat im vergangenen Sommer mehr als 200 Millionen Euro für neue Spieler ausgegeben und weist derzeit eine negative Transferbilanz von mehr als 160 Millionen Euro auf.

Nun trifft es den Traditionsverein aus Italien sehr hart. Milan droht im schlimmsten Fall sogar ein Ausschluss aus den europäischen Wettbewerben. Nachdem Milan im Dezember 2017 auf eine Einigung mit der UEFA hoffte, wurde ein Nachsehen seitens der UEFA nun allerdings ausgeschlossen. Der AC Mailand lieh sich Gelder in Höhe von mehr als 250 Millionen Euro und diese Schulden sollten laut Reglement bis Oktober 2018 zurückgezahlt werden. 


Das Kontrollgremium des FFP stuft den AC Mailand aber als unfähig ein, den Zahlungen bis Oktober nachzukommen. Die ​​Dailymail zitiert die UEFA wie folgt: "Nach gründlicher Investigation aller Unterlagen und Erklärungen, die vom Verein zur Verfügung gestellt wurden, schätzt die Untersuchungskammer des CFCB (das finanzielle Kontrollgremium, Anm.) die Umstände des Falls so ein, dass eine Einigung nicht möglich ist."

Weiter heißt es: "Die Untersuchungskammer ist der Meinung, dass neben anderen Faktoren, insbesondere Zweifel an den Rückzahlungen der Leihe bestehen, welche bis Oktober 2018 getätigt werden müssen."


Trotz aller Investitionen blieb der AC Mailand auch in der vergangenen Saison hinter seinen Erwartungen zurück und belegte am Ende der Spielzeit nur den 6. Platz. Dies bedeutet zwar eine Teilnahme an der Europa League, sollte die UEFA aber tatsächlich durchgreifen, ist auch dieses Thema vom Tisch und wirft den Traditionsverein aus Italien weiter zurück.