Die "Löwen von Teranga" werden in Russland ihre zweite Weltmeisterschaft überhaupt bestreiten. Ob man wieder, wie bereits 2002, bis in das Viertelfinale des Turniers vordringt, ist allerdings fraglich. Wie weit​ das Team um Top-Star Sadio Mané in Russland kommen wird, bleibt abzuwarten.


Qualifikation/Historie 

Die senegalesische Fußballauswahl qualifizierte sich im Rahmen der WM-Qualifikation Afrikas souverän für die Weltmeisterschaft in Russland. Mit 14 Punkten aus sechs Spielen setzte man sich mit fünf Punkten Vorsprung auf den Tabellenzweiten Burkina Faso außerdem gegen Kap Verde und den WM-Gastgeber von 2010 aus Südafrika durch. Am 14. November 2017 besiegelte man die WM-Teilnahme mit einem 2:1-Sieg über die Südafrikaner. Für Senegal ist es überhaupt erst die zweite WM-Teilnahme in der Geschichte. 2002 hatte man sich für das Turnier in Japan und Südkorea qualifiziert und war letzten Endes erst im Viertelfinale gegen die Türkei ausgeschieden.


Generell wartet Senegal noch auf einen ersten nennenswerten Erfolg auf nationaler Ebene. Im Afrika-Cup scheiterte man bislang fünf Mal bereits im Viertelfinale, zuletzt 2017, als das Turnier im Gabun ausgetragen wurde. 


Trainer

Final Draw for the 2018 FIFA World Cup Russia - Previews

Aliou Cissé, Trainer der senegalesischen Nationalmannschaft


Das Team wird vom Senegalesen Aliou Cissé betreut. Der 42-Jährige war im Zuge seiner aktiven Spielerkarriere als defensiver Mittelfeldspieler bzw. Verteidiger für Vereine wie Paris Saint-Germain (1009-2001) und letztlich auch englische Vereine wie Birmingham City (2002-2004) und den FC Portsmouth (2004-2006) unter Vertrag. Von 1999 bis 2005 schnürte er selbst die Fußballschuhe für sein Heimatland, absolvierte 35 Einsätze. Von 2012 bis 2015 übernahm er eine Rolle als Assistent bzw. Cheftrainer der senegalesischen U23-Nationalmannschaft, ehe er das Amt für das A-Team übernahm. 


Gruppe

Senegal wird in der WM-Gruppe H auf drei Teams von drei unterschiedlichen Kontinenten treffen. Am 19. Juni wird man den Auftakt gegen die polnische Fußballauswahl um Top-Star Robert Lewandowski bestreiten, ehe am 24. Juni das Kräftemessen mit Japan ansteht. Das letzte Gruppenspiel bestreiten die Senegalesen am 28. Juni gegen Kolumbien. 


Kader

Im Tor gilt Khadim N'Diaye, der bei Horoya in Guinea unter Vertrag steht, als gesetzt. Der 33-Jährige ist einer der wenigen im Kader, der sein Geld nicht in Europa verdient.

Auf der linken Abwehrseite wird Saliou Ciss von Valenciennes erwartet.





Neben dem Routinier wird Kalidou Koulibaly in der Innenverteidigung seinen Stammplatz sicher haben. Der 26-Jährige vom SSC Neapel ist einer der wertvollsten Spieler im Kader der Senegalesen. Neben ihm kämpfen Serigne Mbodji und Salif Sané von Hannover 96, zukünftig FC Schalke 04, um den Platz in der Defensiv-Zentrale. Auf rechts wird Lamine Gassama von Alanyaspor erwartet.


Im Mittelfeld stehen nur Spieler im Kader, die in England ihr Geld verdienen. Als gesetzt gilt im defensiven Mittelfeld dabei Cheikhou Kouyate von West Ham United. Sonst werden Idrissa Gueye (FC Everton), Cheikh N’Doye (Birmingham City) und Badou Ndiaye (Stoke City) um ihren Platz im Mittelfeld kämpfen müssen.


Auf der rechten Seite im Angriff ist Sadio Mané vom FC Liverpool gesetzt. Er ist gleichzeitig wohl der Top-Star im Team der Senegalesen. Auf links fällt die Wahl zwischen Keita Baldé von der AS Monaco, einst beim FC Barcelona ausgebildet worden, sowie M’Baye Niang vom FC Turin, der ebenfalls als Zukunftshoffnung gilt. Als Mittelstürmer hat der 32-jährige Moussa Sow die besten Chancen auf Einsätze. 


Generell spielen die Senegalesen gerne in einem offensiv ausgerichteten 4-3-3-System und vertrauen dabei gerne auf die Stärke und Schnelligkeit der Außenspieler.


Prognose

Die Favoritenrolle in der Gruppe kommt ganz klar den Nationalmannschaften aus Polen und Kolumbien zu. Zwar hat Senegal durchaus einen namhaften Kader zur Verfügung, doch ob all diese Spieler auch ihr Potenzial abrufen können, ist fraglich. Zudem fehlt es dem Team etwas an Siegermentalität. Da es die zweite WM-Teilnahme überhaupt für Senegal darstellt, könnte ein anfänglicher überraschender Triumph beflügeln und doch zu mehr befähigen. Ansonsten scheint der dritte Platz in der Gruppe vor Japan realistisch.