Nachdem sich Mats Hummels im letzten Bundesligaspiel gegen den VfB Suttgart kurz vor Schluss eine Verletzung am linken Fuß zugezogen hatte, bei der Pokalfinal-Niederlage gegen Eintracht Frankfurt jedoch durchspielen konnte, scheint die Fußverletzung wieder aufgebrochen zu sein. Bei der heutigen Meisterfeier in München sah man Hummels humpelnd auf dem Weg zum Rathaus-Balkon.


Hummels hatte sich in der 86. Minute des letzten Bundesligaspiels der Saison im Zweikampf mit Stuttgarts Anastasios Donis bei einem eigenen Foul eine Blessur am linken Fuß zugezogen, in der vergangenen Woche gab er aber Entwarnung und konnte im Pokalfinale gegen Frankfurt aufgestellt werden, spielte sogar durch. Nach dem Stuttgart-Spiel stand Hummels mit einer dicken Bandage am linken Knöchel in der Mixed Zone und sagte gegenüber ​Sport1 zu der Verletzung: "Wir werden es uns genauer anschauen und hoffen, dass es nichts Größeres, nichts Ernsteres ist. Aber es ist schmerzhaft. Man muss jetzt sehen, wie es sich entwickelt."


Nachdem es sogar Vermutungen gab, dass sein Einsatz im Pokalfinale in Gefahr sei, meldete sich Hummels über Twitter und gab selbst Entwarnung: "Die gute Nachricht: Der Fuß ist nicht ernsthaft verletzt." Tatsächlich stand Hummels im Pokalfinale in der Startelf und spielte die 90 Minuten durch. Er machte zwar wie gegen Stuttgart ein schlechtes Spiel und sah beim zweiten Gegentor durch Ante Rebic nicht gut aus, allerdings zeigte Hummels keine Anzeichen, dass ihn eine Verletzung behindere. 

Doch bei der heutigen Meisterfeier in München sah man Hummels humpelnd auf dem Weg zum Rathaus-Balkon. Den Bildern nach hatte der 29-jährige Innenverteidiger Probleme beim Auftreten den linken Fuß voll zu belasten. Natürlich ist es denkbar, dass durch die gestrige Spielbelastung die erst eine Woche alte Verletzung nur neue Schmerzen verursacht. Teamarzt Dr. Müller-Wohlfahrt gab jedenfalls die erhoffte Entwarnung.

Hummels war in dieser Saison durchgängig fit geblieben und nicht länger ausgefallen. Über die gesamte Saison betrachtet erhielt der deutsche Nationalspieler die meiste Spielzeit unter den bayrischen Innenverteidigern und zeigte abgesehen von den letzten beiden Saisonspielen auch die konstanteste Leistung. Er wurde genau wie seine Vereinskollegen Jerome Boateng und Niklas Süle von Nationaltrainer Jogi Löw in den vorläufigen Kader für die Weltmeisterschaft in Russland berufen. 

Germany v Spain - International Friendly

Stand jetzt scheint eine Teilnahme an der WM für Hummels auch nicht in Gefahr. Wenn es sich um eine Verletzung handeln würde, die Hummels noch in drei Wochen zum Start der WM belasten würde, dann hätte ihn Bayern-Trainer Jupp Heynckes auch in einem Pokalfinale nicht eingesetzt. Allerdings beginnt am kommenden Mittwoch, den 23. Mai bereits das WM-Trainingslager der deutschen Nationalmannschaft. Nachdem auch der nominierte Boateng noch mit einer Adduktorenverletzung bis voraussichtlich Ende Mai ausfällt, würde die Verletzung beider Stamm-Innverteidiger einen Nachteil in der Vorbereitung auf die WM-Gruppenspiele bedeuten. 


Neben Hummels und Boateng hat Löw auch Antonio Rüdiger, Leistungsträger beim FA-Cup-Sieger FC Chelsea, Vereinskollege Niklas Süle, der eine starke erste Saison beim FC Bayern spielte, und Matthias Ginter, der bereits beim letztjährigen Confed-Cup dabei war, für die Innenverteidigung nominiert. Darüber hinaus gehört, wahrscheinlich auch als Absicherung gegen die Verletzung von Boateng, Jonathan Tah zum vorläufigen Kader. Die Konkurrenz auf dieser Position ist damit hoch. Sollte Mats Hummels fit sein, dürfte er mit seiner Erfahrung dennoch als gesetzter Spieler in das Turnier in Russland gehen.