Bundestrainer Joachim Löw teilt gegen Sandro Wagner aus. Der Bayern-Stürmer war nach seiner Nicht-Nominierung für den WM-Kader aus der Nationalmannschaft zurückgetreten und hatte Löw dabei scharf kritisiert. Wagner stelle seine Kollegen als "ausgemachte Vollidioten" dar.


Nach der Nominierung des vorläufigen WM-Kaders war die ​Ausbootung von Bayern-Angreifer Sandro Wagner das bestimmende Thema. Für den 30-Jährigen ist der Traum von der WM-Teilnahme geplatzt. Am Tag nach dem Schock meldete sich Wagner öffentlich zu Wort und verkündete nach acht Länderspieleinsätzen seinen ​Rücktritt aus dem DFB-Team"Für mich ist klar, dass ich mit meiner Art, immer offen, ehrlich und direkt Dinge anzusprechen, anscheinend nicht mit dem Trainerteam zusammenpasse", bezog sich seine Kritik dabei klar auf Bundestrainer Joachim Löw.


Im Bayern-Lager reagierte man zunächst mit Unverständnis auf die Nicht-Nominierung. Wagner hätte es verdient mit nach Russland zu fahren, so die einhellige Meinung. Nach den deutlichen Abtrittsworten des Torjägers kam aber auch Kritik von den Bayern-Verantwortlichen auf. ​Präsident Uli Hoeneß zeigte sich nicht glücklich über Wagners öffentlichen Rücktritt. Ähnlich sah es auch Trainer-Ikone Jupp Heynckes: "Ich denke er hat voreilig reagiert. Ich persönlich hätte es lieber anders gesehen", sagte der 73-Jährige auf der ​Pressekonferenz vor dem DFB-Pokalfinale.

Löw schießt zurück


Wagners Worte wollte auch der Bundestrainer nicht auf sich sitzen lassen. "Ich empfinde es weniger als Kritik gegenüber mir oder dem Trainerteam. Sondern eher als Kritik gegenüber seinen Kollegen, die auch spielen. Er stellt manche dar, die bei uns schon ewig spielen, die zu den Führungsspielern gehören, als wären sie ausgemachte Vollidioten", erklärte Löw gegenüber Sky. "Als ob sie nur deswegen bei uns sind, weil sie nicht ihre Meinung sagen", so der Bundestrainer bei der Bild-Veranstaltung in Berlin weiter.

Jede Absage falle ihm schwer, weil er wisse, wieviel die Spieler für ihren WM-Traum investieren würden. "Ich kann es auch ein Stück weit nachvollziehen, dass er enttäuscht ist", meinte Löw daher. Wagners Reaktion befand er aber als überzogen: "Den Rücktritt und auch die Gründe, die er genannt hat." Der Bundestrainer betonte, jeder wisse, "dass man bei uns seine Meinung sagen kann. Das wird bei uns groß geschrieben", so Löw.