Karl-Heinz Rummenigge hat zugegeben, dass Bayern München schon 2016 am Transfer Serge Gnabrys von Arsenal London zu Werder Bremen involviert war. Rummenigge erklärte, "bei seiner Verpflichtung vor zwei Jahren" sei er der "Spiritus Rector" gewesen. 


Im diese Woche erschienenen ​Merkur-Interview gab Rummenigge damit zu, dass die Bayern Gnabry nicht erst im vergangenen Sommer von Werder verpflichtet haben, sondern bereits 2016 an seinem Wechsel an die Weser beteiligt waren. Werder-Sportchef Frank Baumann hatte bis zu Gnabrys Abgang stets beteuert, Bayern sei bei der Verpflichtung Gnabrys von Arsenal in keiner Weise am Transfer beteiligt gewesen. 


Im Sommer 2016 war der deutsche Außenstürmer nach starken Leistungen bei den Olympischen Spielen für fünf Millionen Euro von der Insel nach Bremen gewechselt. Bereits damals gab es Gerüchte um eine Verwicklung des  FC Bayern in den Transfer und dass es sich entweder um eine Verpflichtung durch Bayern mit anschließender Leihe an die Bremer handle, oder Bayern an der Ablöse beteiligt sei und dafür ein Vorkaufsrecht für Gnabry habe.


Diese Gerüchte konkretisierten sich dadurch, dass Gnabrys Vater meinte, Serge gehe zu den Bayern und werde von dort an Werder verliehen. Selbst Werder-Aufsichtsrat Willi Lemke deutete an, dass Bayern an dem Transfer beteiligt sei. Nur der Bremer Sportchef Baumann hatte diesen Aussagen in mehreren Interviews klar widersprochen und bis zu Gnabrys Abgang 2017 behauptet, Bayern sei nicht in den Transfer verwickelt gewesen. Diese Behauptung stellt sich nach den jüngsten Aussagen Rummenigges, man habe Gnabry bereits vor zwei Jahren verpflichtet, als falsch heraus. 


Zum Spieler selbst äußerte Rummenigge: "Ich finde die Entwicklung von Gnabry sehr gut." Er habe bereits bei Olympia 2016 starke Leistungen gezeigt und sich bei seinen Stationen in Bremen und Hoffenheim stets verbessert. So verfüge er über Geschwindigkeit, ein gutes Dribbling und Torgefahr. Zu einer möglichen Rolle Gnabrys im Bayern-Kader unter Neu-Trainer Niko Kovac, meinte Rummenigge: "Er soll bei uns nicht nur ein Backup sein."

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2016 konnte Gnabry mit der deutschen Mannschaft bei Olympia auf sich aufmerksam machen, erzielte in sechs Spielen sechs Tore und hatte so erheblichen Anteil am Erreichen der Silbermedaille. 


Gnabry kommt aus der Jugend des VfB Stuttgart, spielte aber seit 2011 für Arsenal London und kam dort meist in der zweiten Mannschaft zum Einsatz. Nach 18 Einsätzen bei den Profis wechselte Gnabry 2016 zu Werder Bremen. In seiner ersten Bundesliga-Saison erzielte er direkt elf Tore. Nach der offiziellen Verpflichtung des FC Bayern München und der anschließenden Leihe nach Hoffenheim im vergangenen Sommer 2017, entwickelte sich Gnabry in der abgelaufenen Saison mit zehn Toren und sieben Vorlagen in 22 Bundesligaspielen zum Leistungsträger bei der TSG und zeigte erstmals auch Qualitäten als Vorbereiter. 


Durch seine Schnelligkeit und technischen Fähigkeiten ist der 22-Jährige stark im Eins-gegen-Eins und sucht gerne den Abschluss. Zuletzt konnte man vernehmen, dass der kommende Bayern-Trainer Kovac mit Gnabry plant und ihn aufbauen will. Darauf deuten auch Rummenigges Aussagen hin, nach denen er nicht nur Ersatz sein soll. Zusammen mit dem 21-jährigen Kingsley Coman könnte Gnabry so die große Aufgabe der Nachfolge der langjährigen Flügelzange aus Robben und Ribery zuteil werden.