​Bayern-Präsident Uli Hoeneß zeigte sich in einem Interview überrascht von der drastischen Reaktion von Sandro Wagner auf dessen Nicht-Berücksichtigung bei der kommenden Weltmeisterschaft in Russland. Nach der Kader-Bekanntgabe hatte der Angreifer nur kurz darauf seinen Rücktritt aus der Nationalmannschaft erklärt. 


Am Dienstag verkündete Nationaltrainer Joachim Löw seinen vorläufigen Kader für die Weltmeisterschaft. Zuvor gingen viele Experten davon aus, dass sich auch Sandro Wagner unter dem elitären Kreis der Nominierten befinden würde. Der Bundestrainer hatte aber andere Vorstellungen und setzte in der Offensive, neben dem gesetzten Timo Werner überraschenderweise auf Nils Petersen und Mario Gomez.

In den Wochen und Monaten zuvor hatte Wagner seine Zuversicht auf eine Teilnahme bei seinem ersten großen Turnier mehrmals öffentlich zur Schau gestellt. Die Nicht-Berücksichtigung traf den selbstbewussten Angreifer daher wie einen Donnerschlag und er fühlte sich veranlasst, ​aus der Nationalmannschaft auszutreten, auch weil der Vertrag mit Löw erneut langfristig verlängert wurde.


"Für mich ist klar, dass ich mit meiner Art, immer offen, ehrlich und direkt Dinge anzusprechen, anscheinend nicht mit dem Trainerteam zusammenpasse", erklärte der Stürmer gegenüber der BILD seine Entscheidung. Es gebe zwar "weitaus wichtigere Dinge im Leben außer Fußball", aber er würde lügen, wenn er sage, dass er "nicht enttäuscht sei".

Über diese drastische Formulierung seinen Schützlings stolperte nun auch Bayern-Legende Uli Hoeneß. "Ich war schon etwas überrascht. So böse hätte er nicht unbedingt reagieren müssen. Ich denke er soll jetzt schön in Urlaub fahren, sich gut vorbereiten und seine Zukunft beim FC Bayern sehen", so der 66-Jährige in einem Interview mit Sky Sport.