​Eine sportlich solide und durchaus auch erfolgreiche Saison ging für Hannover 96 trotz der 2:3-Niederlage gegen Leverkusen zu Ende, denn schließlich erreichten die Niedersachsen den 13. Tabellenplatz und haben so das ausgegebene Ziel des Nicht-Abstieges mehr als erfüllt. Der Fan-Boykott stellte sich im Laufe der vergangenen Spielzeit allerdings als Stimmungskiller heraus. Horst Heldt bezog im Interview mit dem NDR2 nun unter anderem diesbezüglich Stellung.


Insgesamt gebe Horst Heldt, der 48-jährige Sportdirektor der Hannoveraner, der Mannschaft für die gezeigte Leistung in der Saison 2017/18 die Schulnote 2+. "Wir hatten tolle, schöne Momente mit herausragenden Spielen vor allem zu Hause in der Hinrunde. Es gab aber auch Phasen, in denen wir nicht so gut performt haben - daher keine Note 1", erklärte er weiterhin. Potenzial nach oben ist nach dieser Saison aber weiterhin vorhanden. Dennoch formuliert Heldt das Saisonziel für 2018/19 vorsichtig: "Wir wollen uns stabilisieren. Ein einstelliger Platz wäre schön", während Klub-Präsident Kind etwas forscher formuliert: "Wir wollen uns im gesicherten Mittelfeld festsetzen."

Hannover 96 v Borussia Moenchengladbach - Bundesliga

Auslöser des Fan-Boykotts: Martin Kind ist bei einem gewissen Teil der Hannover-Fans äußerst unbeliebt


Jener Martin Kind war auch das Ziel für Anfeindungen der Hannover-Fans gewesen. Die Frage, ob Kind den Verein komplett übernehmen solle, sorgte im Zusammenhang mit der Diskussion um die 50+1-Regel für jede Menge Aufruhr. Heldt kritisiert diesbezüglich, dass der sportliche Aspekt in vielen Spielen der Mannschaft in den Hintergrund gerückt sei. "Noch so eine Saison wäre fatal für den Club", so Heldt, "dann wird es verdammt schwierig."


In der nun bevorstehenden Sommerpause müsse man versuchen, "dass wir zur neuen Saison ein verändertes Bild hinbekommen", gab aber auch gleichzeitig zu, dass die Vereinsführung inklusive seiner eigenen Person nicht perfekt gehandelt habe. "Da haben wir alle ein nicht so gutes Bild abgegeben", so Heldt im Wortlaut.


Unter anderem mit den öffentlichen Diskussionen um einen Wechsel nach Köln, dann nach Wolfsburg, sorgte Heldt nicht gerade für Ruhe um seine eigene Person und Ruhe im Verein. Martin Kind sprach folglich von "verlorenem Vertrauen", doch dies wolle Heldt laut eigener Aussage zurückgewinnen. Aussagen darüber, ob er seinen Vertrag bis zum 30.06.2020 erfüllen werde, machte Heldt nicht. Einig sei man sich indes darüber, den Vertrag von André Breitenreiter, aktuell bis 2019 gültig, zeitnah verlängern zu wollen.