Am Samstag geht die Reise für Borussia Mönchengladbach zum Hamburger SV. Im Volksparkstadion erwartete Mittelfeld-Leader Christoph Kramer keine einfache Aufgabe, weshalb er seine Mannschaftskollegen im Gespräch mit der Rheinischen Postinständig davor warnte, dass die Partie gegen die abstiegsbedrohten Hanseaten vor allem von kämpferischen Elementen geprägt sein wird.


Alles kann, nichts muss. So in etwa lautet die Ausgangslage für Borussia Mönchengladbach vor dem letzten Saisonspiel beim Hamburger SV. Die Mannschaft von Dieter Hecking liegt auf dem neunten Tabellenplatz und hat bei zwei Punkten Rückstand auf Eintracht Frankfurt nur noch eine geringe Chance, sich über Platz sieben für das internationale Geschäft zu qualifizieren. 


Dadurch, dass der VfB Stuttgart gegen Bayern München ran muss und Eintracht Frankfurt gegen den FC Schalke 04 spielt, scheint das Ziel Europa für die 'Fohlen' dennoch machbar. Zumindest, wenn da nicht der unter Christian Titz - ​der definitiv über den So​mmer hinaus in Hamburg bleiben wird -  wiedererstarkte Hamburger SV wäre. Die Hanseaten liegen auf dem 17. Tabellenplatz, haben allerdings nur zwei Zähler Rückstand auf den Relegationsplatz und wollen im letzten Spiel alles in die Waagschale werfen, weshalb Christoph Kramer nun warnte: "Sie werden uns anlaufen, anpressen, Alarm machen wie die Feuerwehr, wir werden keine Sekunde Zeit am Ball haben." Darauf müsse man sich "von der ersten Minute an einstellen", so der 27-Jährige, der beim 3:1-Sieg über den SC Freiburg noch aufgrund einer Gelbsperre fehlte.

Eintracht Frankfurt v Hamburger SV - Bundesliga

Abgestiegen ist der HSV zwar noch nicht, doch die Luft wird immer dünner



Besonders die kämpferische Note sei etwas, worauf sich Kramers Mitspieler in seinen Augen einstellen sollen: "Wir müssen sofort hellwach sein, richtig dagegenhalten und über den Kampf ins Spiel finden", sagte der Weltmeister von 2014, der weiß: "Es ist ja nicht alltäglich, dass ein Gegner so extrem mit dem Rücken zur Wand steht, wie jetzt der HSV."


Ob er selbst am Samstag auf dem Platz stehen wird, ließ Trainer Dieter Hecking allerdings noch offen. Kramer gehörte neben Denis Zakaria und Jannik Vestergaard zu den Spielern, die am vergangenen Wochenende fehlten und von Tobias Strobl, ​Mickael Cuisa​nce und Nico Elvedi beziehungsweise Tony Jantschke ersetzt wurden. Hecking kündigte daher auf der Pressekonferenz an, ​die Rückkehrer möglicherweise außen vor zu lassen. Kramer reagierte darauf jedoch gelassen: "Das muss der Trainer entscheiden", so die trockene Antwort des Stammspielers, der zuvor immer zum Einsatz kam, falls es sein Körper zuließ.


Doch unabhängig von der Einstellung des Gegners will Borussia Mönchengladbach alles daran setzen, zum insgesamt fünften Mal seit 2012 in einem europäischen Wettbewerb vertreten zu sein. Allerdings scheint es so, als sei nicht nur Christoph Kramer um die Schwere der Aufgabe bewusst, auch Dieter Hecking warnte bereits vor dem HSV. Zählen soll dies auf dem Platz jedoch wenig, stattdessen sollen einzig und allein drei Punkte her.