Nach ihren jeweiligen Gelbsperren am vergangenen Spieltag müssen sich Kramer, Vestergaard und Zakaria diese Woche über das Training in die Startelf zurückkämpfen. Dabei steht für die Gladbacher ein entscheidendes Spiel an: Mit einem Sieg gegen die akut abstiegsbedrohten Hamburger könnte die Borussia noch den siebten Platz und damit eventuell die Europa-League-Qualifikation erreichen. 


Nachdem Christoph Kramer, Jannik Vestergaard und Denis Zakaria beim 1:1 am 32. Spieltag gegen Schalke 04 alle ihre fünfte gelbe Karte gesehen hatten und damit am vergangenen Wochenende gegen den SC Freiburg gesperrt waren, sind sie für den kommenden letzten Spieltag gegen den HSV wieder eine Option. Und das dürfte ein heißes und zweikampfbetontes Spiel werden. Schließlich kämpfen die Hamburger noch um den Klassenerhalt.


Trainer Dieter Hecking sagte auf der heutigen Pressekonferenz, er sei froh die drei Leistungsträger wieder zur Verfügung zu haben. Allerdings müssten sich diese durch überzeugende Trainingsleistungen erst wieder in die Startelf spielen, da deren Vertreter Jantschke, Cuisance und Strobl ihre Sache gut gemacht hatten. 

Vor allem Tobias Strobl, der den Großteil der Saison aufgrund eines Kreuzbandrisses ausgefallen war und am letzten Spieltag gegen Freiburg zum ersten mal wieder in der Startelf stand, zeigte ein gutes Spiel, war im Mittelfeldzentrum sehr zweikampfstark und konnte durch einen sehenswerten Steilpass sogar eine Vorlage beisteuern, sodass er neben den Torschützen Hazard und Drmic zu den Besten auf dem Platz gehörte. 


Mickael Cuisance, der im letzten Spiel zusammen mit Strobl die Doppelsechs bildete, hatte in den vergangenen Wochen einige schwächere Spiele, ist allerdings ein technisch hochtalentierter Spieler, der seine Klasse immer wieder aufblitzen lässt und für sein junges Alter von gerade mal 18 Jahren schon sehr weit in seiner Entwicklung ist. Einzig die hohe Zahl von im Schnitt 5 Ballverlusten pro Spiel sollte er in Zukunft versuchen zu senken. 


Gegen die wahrscheinlich sehr aggressiv und laufintensiv auftretenden Hamburger ist zu erwarten, dass Hecking wieder auf die etatmäßige Doppelsechs aus Kramer und Zakaria setzen wird, da vor allem Kramer als Führungsspieler der Fohlen stets mit vollem Einsatz vorangeht und viele wichtige Balleroberungen im Mittelfeld beisteuert.

Bayer 04 Leverkusen v Borussia Moenchengladbach - Bundesliga

In der Abwehr ist davon auszugehen, dass Vestergaard in die Viererkette zurückkehrt, nachdem Tony Jantschke ihn gegen Freiburg vertreten hatte. Elvedi war dafür in die Innenverteidigung gerückt. Jantschke, der über die Saison mit einigen kleineren Verletzungen zu kämpfen hatte und keinen Stammplatz mehr inne hat, machte seinen Job auf der rechte Abwehrseite gut und lieferte wie Strobl eine Vorlage. 


Allerdings ist Jannik Vestergaard mit einer Zweikampfquote von 62,7 Prozent und fast 5 Klärungsaktionen pro Spiel einer der Topverteidiger der Gladbacher, weshalb es unwahrscheinlich erscheint, dass Hecking in solch einem wichtigen Spiel auf ihn verzichten wird. 


Im Sturm wird neben Raffael wieder Josip Drmic auflaufen - erst recht nachdem sich Lars Stindl das Syndesmoseband gerissen hat und lange ausfallen wird. 

Drmic hatte eine schwierige Saison und saß meist auf der Bank, konnte sich jedoch zum Ende der Saison hin steigern und erzielte in den vergangenen vier Spielen zwei Tore. Damit steht er jetzt bei drei Saisontoren, hat allerdings auch insgesamt nur 371 Minuten gespielt, sodass er immer noch auf einen sehr ordentlichen Torschnitt von 124 Minuten pro Tor kommt. 


Abseits seiner Torgefahr in den letzten Spielen, äußerte Trainer Hecking bei der PK: "Er arbeitet sehr gut für die Mannschaft und reißt Lücken." Das kommt in der von Hecking bevorzugten 4-4-2-Formation seinem Sturmpartner Raffael und den Offensivspielern im Mittelfeld zugute. 


Noch eine Chance auf Europa?


Gladbach hat dabei im Saisonfinale gegen den HSV nicht nur eine schwere Aufgabe vor der Brust, da der Dino um seine letzte Chance auf den Klassenerhalt kämpft, sondern kann auch selbst noch etwas erreichen: durch einen eigenen Sieg bei gleichzeitigen Niederlagen des VfB Stuttgart in München und von Eintracht Frankfurt auf Schalke könnte die Fohlenelf noch auf den siebten Platz springen, der für die Europa-League-Qualifikation reichen würde, sollte Bayern München das Pokalfinale gewinnen. 


Im Falle eines Frankfurter Sieges auf Schalke wäre die Eintracht jedoch nicht mehr aus den Top-Sieben der Tabelle zu verdrängen und würde unabhängig vom Ausgang des Pokalfinals mindestens in der zweiten Qualifikationsrunde zur Europa League starten.