​Im Finale der Coppa Italia setzte sich Juventus Turin mit einem 4:0-Sieg über den AC Mailand durch und krönte sich zum insgesamt 13. Mal zum italienischen Pokalsieger. Nachdem beide Mannschaften in der ersten Halbzeit etwas verhaltender agierten, drehte der Favorit im zweiten Durchgang auf und traf gleich drei Mal binnen acht Minuten. Während Donnarumma gleich zweifach bitter patzte, setzte Kalinic mit einem Eigentor dem Wahnsinn die Krone auf und besiegelte die hohe Niederlage der Rossoneri.


Massimiliano Allegri setzte auf ein 4-3-3 mit Cuadrado, Barzagli, Benatia und Asamoah in der  Viererkette. Im Mittelfeld agierte Pjanic hinter Khedira und Matuidi, Dybala, Mandzukic und Douglas Costa begannen im Angriff.


Gennaro Gattuso wählte ein 4-2-3-1 mit Rodriguez, Romagnoli, Bonucci und Calabria in der Abwehrreihe. Im defensiven Mittelfeld begannen Locatelli und Kessié hinter Calhanoglu, Bonaventura und Suso. Cutrone begann als einzige Spitze.


Nach ruhigem Beginn: Chancen auf beiden Seiten


Im 71. Endspiel der Coppa Italia sahen die Zuschauer im Stadio Olimpico einen ruhigen Beginn. Der AC Mailand war um einen ruhigen Spielaufbau bemüht, leistete sich jedoch einige Fehler im Aufbauspiel und verleitete Juventus Turin somit dazu, früh anzulaufen, hoch zu stehen und den Gegner unter Druck zu setzen. Nachdem Juve in den Anfangsminuten mehr von der Partie hatte, tauchte Milan in der achten Minute erstmalig vor dem Tor von Buffon auf, als Calhanoglu durchstartete und Cutrone bediente. Dessen Schuss war jedoch zu zentral. 


In der Folge übernahm die Mannschaft von Massimiliano Allegri die Spielkontrolle. Während bei Milan die beiden Flügelspieler, Calhanoglu und Suso, tief in der eigenen Hälfte standen, rückten Asamoah und Cuadrado auf der Gegenseite nach vorne, um Druck auf den Außen zu erzeugen. Die Alte Dame war zielstrebiger in ihren Aktionen und hatte Chancen durch Costa und Dybala (9., 16.). 

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 Wiedersehen mit den alten Kollegen: Leonardo Bonucci (Hintergrund) im Duell gegen Mario Mandzukic



Insgesamt tat sich auf dem Platz wenig, da Milan offensiv zu berechenbar war und kaum gefährlich wurde. Nach einer halben Stunde erhöhte sich jedoch die Schlagzahl vor den jeweiligen Toren: Zunächst prüfte Suso Buffon aus der Distanz mit einem Flatterball, ehe Dybala und Cuadrado auf der Gegenseite zu Abschlüssen kamen (30., 33., 34.). Wenig später kam Mandzukic völlig frei zum Kopfball, doch Donnarumma hielt problemlos (37.). Zum Ende der ersten Halbzeit wurde die Partie offener, doch letzten Endes fehlte es vor allem in der Offensive überwiegend an Tempo. Milan verteidigte beherzt, konnte sich jedoch selten aus der eigenen Hälfte befreien während Juventus das Geschehen besser im Griff hatte und zu den gefährlicheren Abschlüssen kam.


Dybala scheitert doppelt - Benatia schlägt zu


Der zweite Durchgang begann ähnlich verhalten, doch nach ein paar Minuten weckte Dybala das Spiel auf: Der Argentinier prüfte Donnarumma zwei Mal binnen weniger Minuten, scheiterte jedoch am sehr gut reagierenden Torwart (52., 55.). Nach Dybalas zweitem Versuch erfolgte dann die Führung: Nach einem Eckball von Pjanic kam Benatia aus zentraler Position frei zum Kopfball und drückte das Leder aus wenigen Metern ins obere rechte Eck - 1:0 Juventus (56.)! 

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Die Dosenöffner: Medhi Benatia und Paulo Dybala (v.l.)



Das Momentum war eindeutig auf der Seite der 'Alten Dame', die erneut von Dybala angetrieben wurde: Der 24-Jährige dribbelte am rechten Flügel, zog nach innen und zog gefährlich aus der Distanz an - wieder parierte Donnarumma stark (59.)! Sekunden später patzte der 19-Jährige jedoch böse. Cuadrado bediente Costa, der am Strafraumrand zu viel Platz bekam und wuchtig ins untere, rechte Eck schoss. Donnarumma musste den Ball haben, doch das Leder flutschte ihm durch die Finger und rollte über die Linie - 2:0 (60.)!


Doppelter Patzer - Juve macht den Deckel drauf

Milan brach auseinander, vier Minuten später erfolgte der dritte Streich: Mandzukic köpfte den Ball bei einem Eckball aufs Tor, Donnarumma bekam den Ball - ähnlich wie beim Tor von Douglas Costa - erneut nicht gepackt. Benatia reagierte am schnellsten und erzielte sein zweites Tor - 3:0 (64.)!​ Die Rossoneri waren völlig von der Rolle, weshalb Gattuso reagierte und Kalinic für Cutrone sowie Borini für Suso brachte (62., 68.).


Juve zog sich nun etwas zurück und schaltete einige Gänge runter, während Milan nun mehr riskieren wollte. Den Mannen von Gennaro Gattuso fiel jedoch kaum ein Mittel ein, weshalb es nur durch Einzelaktionen gefährlich wurde, wie beispielsweise in Minute 72: Kalinic tankte sich auf links durch, spielte Benatia und Cuadrado aus und gab einen Ball ins Zentrum. Der Ball kam zu Matuidi, der seinen Fuß reflexartig hinhielt und beinahe ein Eigentor erzielte - jedoch nur den Pfosten traf. 

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Gianluigi Donnarumma und seine Vordermänner erlebten einen gebrauchten Abend



In der Schlussviertelstunde das nächste Kuriosum: Pjanic schlug erneut eine Ecke von links, doch diesmal war es Milans Kalinic, der zum Kopfball ansetzte. Der 30-Jährige scheiterte mit seinem Rettungsversuch und erzielte ein Eigentor - 4:0 (75.)! Wenig später musste Buffon noch einmal ran, parierte jedoch stark: Zunächst klärte der Routinier einen Distanzschuss von Locatelli, ehe er den Nachschuss der Rossoneri zur Ecke klärte (78.).


Der deutliche 4:0-Sieg bescherte Juventus Turin den vierten Pokalerfolg in Folge, das somit das fünfte Duell in Folge gegen den AC Mailand gewann. Nachdem man seit dem Ende des 36. Spieltages unmittelbar vor dem insgesamt 34. Gewinn der italienischen Meisterschaft steht, sicherte sich die Alte Dame am Mittwochabend den ersten Titel der Saison und wird in den kommenden Wochen aller Voraussicht nach das vierte nationale Double in Folge feiern. Milan hingegen dürfte enttäuscht sein, da man sich drei der vier Gegentore selbst zuzuschreiben hat und den Pokal innerhalb kürzester Zeit hergeschenkt hat.