Überraschende Worte von Nürnbergs Aufstiegs-Coach Michael Köllner. Nach der umjubelten Club-Rückkehr in die Bundesliga äußert der 48-Jährige Gedanken über einen möglichen Abschied. "Ich will mich nicht vom Hof jagen lassen", meinte Köllner. Manager Andreas Bornemann beschwichtigt.


​Nach dem ​2:0-Auswärtssieg in Sandhausen kannte der Jubel beim Club am vergangenen Sonntag keine Grenzen: Der 1.FC Nürnberg kehrt nach vier Jahren im Unterhaus wieder in die Bundesliga zurück. Beim abschließenden Saisonspiel am kommenden Sonntag (15.30 Uhr) geht es im direkten Duell gegen Mitaufsteiger Fortuna Düsseldorf nur noch um die Frage, wer als Meister der zweiten Liga aufsteigt. 


Während bei den Franken Partylaune herrscht, richtet einer schon nüchtern und sachlich den Blick auf die kommende Spielzeit. Club-Trainer Michael Köllner stimmte zwei Tage nach der feststehenden Bundesliga-Rückkehr nachdenkliche Töne an: "Alle meine Freunde raten mir, jetzt auf dem Höhepunkt aufzuhören. Verlierst du hier fünf Spiele, jagen sie dich hier vom Hof", sagte Köllner in einem Interview mit dem Bayerischen Rundfunk.

Man müsse die Situation realistisch betrachten. Er wolle sich keinesfalls vom Hof jagen lassen, "sondern meine Zeit hier selber bestimmen. Das beschäftigt mich natürlich", gab der 48-Jährige unumwunden zu. Köllner kam im März 2016 zunächst als Leiter der Nachwuchsabteilung zum Club, wurde zur Saison 2016/17 Trainer der Reserve und steht seit März 2017 an der Seitenlinie der Profis.


"Sich wegjagen zu lassen ist eine unschöne Erfahrung, die ich auf keinen Fall machen will", betonte der Nürnberg-Trainer. "Wenn ich schon vor der kommenden Saison deutlich erkenne, dass es wahrscheinlich keine super Zeit werden wird, dann werde ich in meinem Leben sicherlich einen anderen Weg einschlagen", legte Köllner nach. 

Für Manager Andreas Bornemann sind die Worte des Club-Coaches allerdings nicht zu hoch zu hängen. "Es ist nichts, was so interpretiert werden müsste, dass er nächste Saison hier nicht mehr Trainer ist", beruhigte Bornemann. "Nach dem Erreichen deines großen Ziels ist es völlig normal, die Saison noch einmal Revue passieren zu lassen. Da kann es durchaus sein, dass er ein bisschen seine Gedanken geäußert hat", erklärte der Sportvorstand.


Köllners "mahnenden Worte" seien durchaus "legitim", er müsse sich aber "keine Gedanken machen, er wird hier nicht vom Hof gejagt. Wir kennen es aber, dass manchmal in einem hochemotionalen Umfeld Dynamiken aufkommen, die du nur schwer steuern kannst", gab der 46-Jährige zu bedenken. Dennoch: Der Club-Manager ist sich sicher, Köllner werde "die Herausforderung Bundesliga annehmen, weil es auch ein Stück weit sein Werk" sei. Und auch Köllner selbst sagte: "Habe ich das Gefühl, dass alles drumherum stimmig ist, auch bei mir, dann wird man sicherlich mit Vollgas in die Bundesliga reingehen, und dann werde ich ganz vorne stehen."