Mario Gomez konnte am 33. Bundesliga-Spieltag seine persönliche Torflaute beenden und die Europa-Hoffnungen des VfB Stuttgart am Leben erhalten. Die Schwaben setzten sich in Unterzahl mit 2:0 gegen Hoffenheim durch und könnten am letzten Spieltag noch bis auf Rang Sechs und damit in die Europa League klettern. Sorgen muss sich Trainer Tayfun Korkut allerdings um Matchwinner Mario Gomez, der Knieprobleme hat.


Sechs Spiele musste Mario Gomez auf einen Treffer warten. Der deutsche Nationalstürmer profitierte nicht vom Stuttgarter Aufschwung unter Tayfun Korkut, blieb in den vergangenen Wochen eher im Hintergrund. Am Samstag brach der Knipser aber gegen die TSG 1899 Hoffenheim den Bann und schoss den VfB mit einem Doppelpack in Richtung Europa League.


Vor dem letzten Spieltag steht Stuttgart auf dem achten Platz, in Schlagdistanz zu Frankfurt und Leipzig. Bereits Rang Sieben würde reichen (sofern der FC Bayern München den DFB-Pokal gewinnt), um zumindest in der Qualifikation für die Europa League an den Start zu gehen. Leicht wird die Aufgabe allerdings nicht: Der VfB Stuttgart muss beim Meister in München ran, während Leipzig bei der Hertha und Frankfurt auf Schalke gastiert. Und möglicherweise muss Tayfun Korkut ohne Hoffenheim-Matchwinner Mario Gomez auskommen.


Leichte Entwarnung bei Gomez' Knie


Den Doppeltorschützen plagten nach der Partie Knieprobleme. "Mario Gomez hat Schmerzen im Knie. Wir werden das zeitnah untersuchen und hoffen, dass es nicht so schlimm ist", verkündete Sportdirektor Michael Reschke. Der kicker ​berichtete allerdings am Samstagabend, dass der Verein über einen Pressesprecher bereits leichte Entwarnung bei Gomez gegeben hat. Mario Gomez dachte nach dem Spiel ohnehin nicht an sein schmerzendes Knie. Und genauso wenig an die vermeintliche Bedeutung seiner Torflaute: "Ich habe mich selten über eine Torflaute so sehr gefreut wie die letzten fünf Wochen, weil das Licht in die richtige Position gerückt wurde. Zuvor war es mir zu viel 'Rückkehrer Mario Gomez'", wird der Stürmer vom kicker zitiert. 

VfB Stuttgart v TSG 1899 Hoffenheim - Bundesliga

Avancierte mit seinem Doppelpack zum Matchwinner gegen Hoffenheim: Nationalstürmer Mario Gomez (m.)


Stattdessen sei es die gesamte Mannschaft, die zurecht im Vordergrund steht: "Wichtig ist aber festzuhalten, dass die Mannschaft charakterlich einwandfrei ist und ich ein Stürmer bin, der wie kaum ein anderer eine Mannschaft braucht, die für ihn arbeitet. Deswegen freue ich mich über die beiden Tore, aber nicht, weil ich ehrgeizig bin. Für solche Geschichten bin ich zu alt. Sondern weil ich gerne etwas zurückgebe.“


Gomez vor Kadernominierung für die WM gelassen


Der Mann, der Stuttgart zur zweitbesten Mannschaft der Rückrunde geformt hat, ist allerdings Tayfun Korkut. Unter seine Ägide distanzierte sich der VfB rasch vom Abstiegskampf und kann am letzten Spieltag sogar um Europa mitspielen. Dementsprechend zufrieden war der Cheftrainer über die Leistung seiner Mannschaft und Mario Gomez: "Nach dem Platzverweis war es zwar schwieriger, aber wir haben auch danach in den beiden letzten Ketten gut gemacht. Und dann kam Mario – er braucht eben nicht viele Chancen, um ein Tor zu machen. Ich bin wahnsinnig stolz auf unsere Mannschaft, und auch die Fans waren unglaublich. Wenn man so will, war das heute der Höhepunkt.“


Mario Gomez' zwei Tore gegen die TSG Hoffenheim waren nicht nur wertvoll für den VfB Stuttgart, sondern auch für die WM-Chancen des Knipsers. Der Fokus liegt allerdings voll und ganz auf dem letzten Bundesliga-Spiel mit den Schwaben, der Kaderberufung für die WM schaut Gomez gelassen entgegen: "Wir werden heute sicher nicht den Kader machen. Ich warte ab, schaue mir die Nominierung entspannt an und hoffe, dass ich dabei bin. Wenn nicht, dann eben nicht."