Nach fünf sieglosen Spielen war es endlich so weit: Gegen einen erschreckend schwachen VfL Wolfsburg fuhr RB Leipzig durch den ​4:1-Erfolg den ersten Sieg seit dem 28. Spieltag ein und wahren weiterhin die Chancen auf die Qualifikation für das internationale Geschäft. Damit man auch in der kommenden Saison dort bestehen und sich in der Bundesliga zum dritten Mal in Folge für die Europa League beziehungsweise Champions League qualifizieren kann, sollen den Sachsen alle Leistungsträger erhalten bleiben, wie Sportdirektor Ralf Rangnick im Interview mit dem ​MDR erklärte. Ein Machtwort sprach er daher in der Causa Emil Forsberg: Der Schwede wird RB auch in diesem Sommer nicht verlassen.


Der gestrige Bundesliga-Nachmittag war für RB Leipzig Balsam für die Seele: "​Das hat der Mannschaft gut getan", freute sich Sportdirektor Ralf Rangnick über den klaren Sieg der Sachsen gegen den VfL Wolfsburg. Durch den 4:1-Erfolg über die 'Wölfe' liegt die Mannschaft von Ralph Hasenhüttl nun mit 50 Punkten weiterhin auf dem sechsten Tabellenplatz und hat die europäischen Wettbewerbe fest im Griff.


Bei einem Sieg am letzten Spieltag über Hertha BSC und einer gleichzeitigen Niederlage von 1899 Hoffenheim sowie Bayer Leverkusen könnten die Leipziger gar noch den Sprung auf Platz vier machen, wodurch man zum zweiten Mal in Folge in der Champions League spielen würde. "Mir war schon letzte Woche klar, dass das so sein könnte. Das mag nicht besonders realistisch klingen, ist aber auch nicht völlig ausgeschlossen", sagte der 59-Jährige im Interview mit dem MDR.

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 Sein zweites Bundesligajahr verlief holprig, doch Fakt ist: Rangnick will Forsberg unter                                                   keinen Umständen ziehen lassen


Kurz vor Saisonende beschäftigt sich der Sportdirektor mit der Kaderplanung für die kommende Saison. Seit Monaten wird über einen möglichen Wechsel von Emil Forsberg spekuliert, ​der den Saison-Endspurt aufgrund seiner roten Karte in der Partie gegen 1899 Hoffenheim (2:5) gesperrt verpasst. Bereits im vergangenen Jahr gab es Streitigkeiten um ein vermeintliches Interesse des ​AC Mailand, vor wenigen Monaten wurde der schwedische Nationalspieler mit dem ​FC Bayern München in Verbindung gebracht.  


Rangnick monierte: "Ich habe in den letzten Monaten mehrmals gesagt, dass wir bis auf Naby Keita alle Leistungsträger zusammenhalten werden. Sie kennen mich nun schon ein paar Jahre und sollten wissen, dass ich meine Meinung nicht wöchentlich oder monatlich ändere." Zwar habe Forsberg etwas schwächer gespielt als noch in der vergangenen Saison, doch er sei noch immer "ganz klar ein Leistungsträger. Deswegen denke ich keine Sekunde darüber nach, dass Emil den Verein verlassen könnte. Das können Sie mich gern noch zehn Mal fragen, aber meine Antwort wird immer die gleiche sein", so Rangnick deutlich.


Der Spieler selbst wisse ebenfalls darüber Bescheid: "Ja, das weiß er auch. Dieses Spiel macht keinen Sinn. Wenn es nach mir geht, bleibt Emil Forsberg. Und in den letzten sechs Jahren ging es im Verein nach mir. Also wird er nächstes Jahr hier spielen."


Zukunft von Lookman weiterhin unklar


Währenddessen gibt es noch keine Neuigkeiten über eine mögliche Verpflichtung von Ademola Lookman. Der 20-jährige Flügelspieler kam im Winter auf Leihbasis vom FC Everton, doch über dessen Zukunft könne man derzeit noch nichts konkretes sagen: "Dass wir von ihm viel halten, ist klar. Sonst hätten wir ihn im Winter nicht geholt", so Rangnick, doch "was die nächste Saison betrifft, ist das Kaffeesatz-Leserei. Das hängt sicher auch davon ab, was er selbst will. Aber es ist auch abhängig davon, was in Everton passiert. Wer wird dort Trainer? Wer hat dort das Sagen?"

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    In den vergangenen Wochen deutete Everton-Leihgabe Ademola Lookman sein hohes                                                                  Potenzial an

​Die Entscheidungshoheit liege ganz allein beim FC Everton, ähnlich wie sie bei RB Leipzig im Fall Emil Forsberg liegt. "
Die können das dort über Lookman entscheiden. So wie wir bei Emil Forsberg. Bei Forsberg habe ich entschieden", wiederholte Rangnick in aller Deutlichkeit sein Unterfangen, Forsberg weiterhin im Verein zu halten. In Leipzig hat der 26-Jährige noch einen Vertrag bis 2022, eine Ausstiegsklausel ist nicht festgeschrieben. Ein Wechsel scheint daher nahezu ausgeschlossen.