​Der Wechsel am Saisonende zum VfB Stuttgart ist in trockenen Tüchern. Wie die Bild in den vergangenen Tagen berichtete, hat sich Marc-Oliver Kempf für die Schwaben entschieden und wird im Sommer ablösefrei wechseln. Beim Spiel gegen den 1. FC Köln konnte der ehemalige U-21 Nationalspieler nach langer Verletzungspause endlich wieder sein Können unter Beweis stellen und überzeugte mit einer guten Leistung.


Für Marc-Oliver Kempf verlief die Saison überhaupt nicht gut. Bereits nach dem zweiten Pflichtspiel musste der 23-Jährige aufgrund einer Muskelverletzung acht Spieltage aussetzen. Zurück auf dem Platz zog er sich im Hinspiel gegen Mainz 05 einen Muskelfaserriss zu, der ihn wieder aussetzen ließ. Insgesamt kam Kempf in dieser Saison nur auf zehn Bundesliga-Einsätze und stand dabei neun Mal in der Startelf. 


Sobald Kempf aber auf dem Platz steht, zeigt sich, warum der Innenverteidiger schon während seiner Zeit in der Frankfurter Jugend als vielversprechendes Talent galt. Gegen den 1. FC Köln überzeugte der Innenverteidiger vor allem durch seine starken Defensivaktionen und im Spielaufbau. Immer wieder schickte er seinen Abwehrkollegen Günter mit einem Vertikalpass in die gegnerische Hälfte, um so das Spiel anzutreiben. Während der ganzen Partie zeichnete sich Kempf ohne nennenswerte Fehler aus. 


Ein Makel, das dem Innenverteidiger angeheftet werden kann, ist sein risikofreudiges Spiel. Gegen Mainz 05 verschuldetete Kempf den mittlerweile berüchtigen Halbzeitelfmeter, wenn auch nicht mit Absicht. Auch beim Spiel gegen den 1. FC Köln spielte er an der Grenze des Legalen und hatte einige Male Glück, dass der Unparteiischen nicht abpfiff. Wie Teamkollege Caglar Söyüncü ist er ein Kandidat, der hin und wieder ungeschickt agiert und Fehler produziert. Allerdings kann er dies meist mit seinen überaus positiven Eigenschaften ausgegleichen.


Insgesamt können sich die Stuttgarter glücklich schätzen, den Innenverteidiger in ihren Reihen begrüßen zu dürfen. Ein offizielles Statement der beiden Clubs wurde bisher noch nicht gegeben, doch der Deal scheint festzustehen, wie Bild berichtete. Hatte der SC Freiburg im Jahr davor noch 15 Millionen für den Abwehrspieler verlangt, kann dieser nun ablösefrei wechseln. Ein guter Deal für die Schwaben, bedenkt man, dass das Verletzungsrisiko Kempfs bedeutend größer ist, als bei anderen Spielern. 


Da Stuttgarters Innenverteidiger Holger Badstuber immer noch auf ein Angebot von einem großen Klub wartet, ist aktuell nicht klar, wie die Abwehrkette des VfB in der nächsten Saison aussehen wird. Aller Voraussicht nach wird Kempf sich aber zunächst mit der Rolle des dritten Verteidigers begnügen müssen, bis die Schwaben wissen, wen sie in der kommenden Saison auf den Platz stellen können. Auch muss der 23-Jährige erst sein Talent bei den Schwaben unter Beweis stellen.