Der FC Bayern München ergatterte in einer hochspannenden Begegnung ein 2:2 im Santiago Bernabeu, scheidet nach der 1:2-Niederlage im Hinspiel jedoch aus der Champions League aus. Real Madrid steht somit im Finale. ​


Bayern-Trainer Jupp Heynckes reagierte auf den kurzfristigen Ausfall von Javi Martinez und brachte Thiago von Beginn an. Auch David Alaba war von Anfang an mit von der Partie und ersetzte Rafinha. Niklas Süle kam für den im Hinspiel verletzten Jerome Boateng, Corentin Tolisso für den ebenfalls verletzten Arjen Robben. 

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Musste mehrfach umbauen: Trainer Jupp Heynckes


Zinedine Zidane, Coach der Madrilenen, änderte auf drei Positionen im Vergleich zum Hinspiel: Karim Benzema ersetzte Isco, zudem starteten Casemiro und Daniel Carvajal nicht, dafür kamen Mateo Kovacic und Marco Asensio. 


Fulminanter Bayern-Start mit frühem Dämpfer 


Das Spiel begann mit frühem Druck der Münchener, der direkt belohnt worden ist. Nach der Müller-Flanke von rechts prallte der Ball, in einer Szene, in der kurz Unordnung in der Defensive der Spanier herrschte, ab und landete vor den Füßen von Joshua Kimmich, der zum 1:0-Treffer aus Sicht des FCB entgegen der Laufrichtung der Verteidiger einschieben konnte. 


Daraufhin entwickelte sich ein offener Schlagabtausch, beide Mannschaften schalteten immer mehr in die Offensive und Real kam mehr in Richtung des Kastens von Sven Ulreich. In Folge dessen gab es durch Cristiano Ronaldo in der achten Minuten die erste Halbchance. Madrid drückte weiter und nutzte daraufhin einen Stellungsfehler von Joshua Kimmich aus. Marcelo flankte in die Mitte, Karim Benzema stand perfekt im Rücken der Innenverteidiger und köpfte lässig zum 1:1 ein. 


Offensiver Schlagabtausch


Beide Teams stellten sich nicht mit dem Remis zufrieden, die Bayern durften es gar nicht sein und drückten somit. Daraufhin entwickelte sich ein offensiver Schlagabtausch gespickt mit einigen interessanten Gelegenheiten für die Madrilenen (Ronaldo, 38., Marcelo, 39.). Doch auch der deutsche Rekordmeister kam zum Abschluss: Robert Lewandowski, Thomas Müller und James mit einer Dreier-Chance in der 33. Minute, Tolisso aus 25 Metern kurz vor der Pause. 


Es war ein offenes Duell mit dem FCB, der vorne viel Alarm machte, letztlich aber zu selten zu guten Abschlüssen kam. Der spanische Rekordmeister wirkte defensiv anfällig, strahlte offensiv aber große Torgefahr aus. Für Diskussionsstoff sorgte ein Handspiel Marcelos im Strafraum der Madrilenen. 

Real Madrid v Bayern Muenchen - UEFA Champions League Semi Final Second Leg

Große Kulisse, großes Duell: Real Madrid - Bayern München 


Alles sprach dafür, dass auch die zweite Hälfte nur so vor Spannung sprießen sollte. Und das tat sie auch: Nicht einmal eine Minute war vergangen, da spielte Tolisso einen schwachen Pass in Richtung Sven Ulreich, der den Ball nicht mehr mit der Hand aufnehmen durfte. Benzema schnappte sich das Leder, umkurvte den Torhüter und schob erneut lässig zur 2:1-Führung aus Madrid-Sicht ein. 


Bayern öffnet die Tore und trifft 


So hatten das sich die Münchner wohl nicht gedacht und mussten den neuen Halbzeit-Plan von Jupp Heynckes früh über Board werfen. Der FCB löste die Abwehr teils auf und stürmte zwischenzeitlich mit Niklas Süle oder Mats Hummels. Das führte zu einigen kleinen Chancen, aber auch für Kontermöglichkeiten von Real Madrid, die jedoch nicht gefährlich wurden. Im Gegenzug eines Konters der Spanier kam Bayern wieder in den Strafraum, Ribery zögerte zwar in der 60. Spielminute, legte den Ball aber auf Niklas Süle, dessen Schuss noch gerade so geblockt wurde. 


Drei Minuten später war es wieder Süle, der nach vorne stürmte, den Ball auf James legte. Sein erster Schuss wurde abgeblockt, doch im Nachschuss konnte James zum 2:2 einnetzen. Das Spiel war wieder offen und sollte immer mehr zum Thriller werden. 

Real Madrid v Bayern Muenchen - UEFA Champions League Semi Final Second Leg

Machte mit seinem Tor das Spiel noch spannender als es schon war: James Rodriguez


In Folge dessen drückte Bayern enorm, hatte in der 80. Minute ein klares Chancenplus (9:21 Torschüsse), spielte auch mehr mit dem Ball (59% Ballbesitz) und hätten nach einem Foul von Sergio Ramos auch noch einen Elfmeter bekommen können, vielleicht sogar müssen. Doch die Statistik brachte nichts ein. Ins Tor trafen weder Tolisso (74.), noch Müller (79.). 


Den Rot-Weißen lief allmählich die Zeit ab, Madrid spielte auf Zeit. 5 Minuten Nachspielzeit zeigte der vierte Offizielle an. Doch weder ein Freistoß (90+1.), noch eine Ecke (90.+2.) und eine letzte Chance von Thomas Müller (90.+7) brachte am Ende den nötigen dritten Treffer ein. Nach sieben Minuten Nachspielzeit pfiff Schiedsrichter Cakir die Begegnung ab. Das 2:2 reicht Real, Bayern ist raus.