In einem intensiven Spiel trennten sich der FC Schalke 04 und Borussia Mönchengladbach mit 1:1. Nach dem frühen Platzverweis standen die Gastgeber defensiv sicher und machten den 'Fohlen', die zu wenig Tempo in ihren Aktionen hatten, das Leben schwer. Schalke gab sich nie auf, erzielte kurz vor der Pause den Ausgleich und hatte sogar im zweiten Durchgang die besseren Chancen, das Spiel für sich zu entscheiden.


​Domenico Tedesco veränderte seine Aufstellung gegenüber dem 2:2 gegen den 1. FC Köln auf vier Positionen: Im Mittelfeld starteten Schöpf und Bentaleb anstelle von Oczipka und McKennie, zudem begann Harit statt Di Santo, die Doppelspitze bestand aus Burgstaller und Konoplyanka bestand.


Dieter Hecking hingegen ließ seine Aufstellung nach dem 3:0 über den VfL Wolfsburg unverändert: In der Abwehrreihe begannen Elvedi, Ginter, Vestergaard und Wendt. Im zentralen Mittelfeld agierten Kramer und Zakaria, auf den Außen begannen Hazard und Hofmann, während Raffael und Stindl im Angriff spielten.


Ruhiger Beginn - Platzverweis Bentaleb


In den Anfangsminuten erlebten die Zuschauer in der Veltins-Arena eine ruhige Partie. Beide Mannschaften neutralisierten sich im Zentrum, in dem sich viele Spieler staffelten und in intensiven Duellen um den Ball kämpften. Die Mannschaft von Domenico Tedesco hatte zunächst die Spielkontrolle inne, baute behutsam auf und versuchte, das Spiel im letzten Drittel auf die Außenbahnen zu verlagern.


In der achten Minute hatte Königsblau jedoch Glück: Hazard bekam auf der linken Außenbahn zu viel Platz und spielte nahe der Grundlinie ins Zentrum, wo Schöpf genau vor die Füße von Raffael klärte. Der Brasilianer hätte lediglich aus wenigen Metern einschieben müssen, traf allerdings den Ball nicht richtig, weshalb dieser im hohen Bogen im Aus landete. 

FBL-GER-BUNDESLIGA-SCHALKE-MOENCHENGLADBACH

       Glatt Rot: Nabil Bentaleb (3. v.l.) muss bereits nach wenigen Minuten gehen


Wenig später der erste Rückschlag für die Gastgeber: Nach einem Foul im Mittelfeld ging Stindl auf Bentaleb zu, der sich provozieren ließ und dem Gladbacher Kapitän mit der flachen Hand einen Schlag ins Gesicht verpasste. Dieser war nicht allzu hart, weshalb Schiedsrichter Harm Osmers zunächst die gelbe Karte zückte, doch nach einem Eingriff des Video-Assistenten entschied sich der 33-Jährige um und schickte ihn mit glatt Rot vom Feld (12.). Tedesco stellte daraufhin um, weshalb seine Mannschaft zunächst in einem 4-4-1, dann gegen den Ball in einem 5-2-2 agierte.


Stindl legt vor - und muss danach verletzt raus


Gladbach kontrollierte daraufhin die Partie, war jedoch darum bemüht, nicht in eine Konterfalle zu laufen und spielte dementsprechend ruhig im Spielaufbau. Die Mannschaft von Dieter Hecking tat sich schwer und fand kaum eine Lücke, weshalb es ein insgesamt torchancenarmes Spiel war. Nach einem Schuss von Elvedi, den Fährmann parierte, hatte Schalke Mitte der ersten Halbzeit den ersten eigenen Abschluss, doch Sommer klärte Burgstallers Versuch zur Ecke (21., 29.)


In der 32. Minute fand Hazard dann auf der linken Außenbahn Platz, zog nach innen und sogleich auch mehrere Gegenspieler mit sich. Daraufhin setzte der Belgier Stindl mit einem Steckpass in Szene, der frei vor Fährmann überlegt für Raffael querlegte - 1:0 für Gladbach! 


Die Borussia kontrollierte in der Folge weiter die Partie, hatte jedoch gleich mehrfach Pech: Nach einem Sprint-Duell mit Kehrer knickte Stindl unglücklich mit dem linken Sprunggelenk um und  musste verletzt raus, für ihn kam Cuisance in die Partie (36.).         

FC Schalke 04 v Borussia Moenchengladbach - Bundesliga

       WM ade? Stindl humpelte nach etwas mehr als einer halben Stunde vom Platz


Kurz vor der Pause dann ein Aufreger im Gäste-Strafraum: Konoplyanka schoss am linken Strafraumeck aufs Tor, der Ball prallte aus wenigen Metern gegen Kramers Hand. Osmers ließ zunächst weiterlaufen, entschied nach einem Hinweis des Video-Schiedsrichters auf Elfmeter und Gelb für Kramer, der damit - ebenso wie Zakaria, der zuvor seine zehnte Verwarnung erhielt - am kommenden Spieltag gesperrt fehlen wird. Caligiuri nahm sich der Sache an, Sommer ahnte die Ecke, konnte den Ball aber nicht entscheidend parieren - 1:1 (46.)! Der Ausgleich fiel eher glücklich, da S04 offensiv kaum stattfand und sich vorrangig um die Defensivarbeit kümmerte.


Gladbach mit dem Ball - Schalke mit den Chancen


In den ersten Minuten des zweiten Durchgangs machte Schalke offensiv Druck, zog sich danach jedoch wieder zurück und überließ Gladbach den Ball. Die Gäste wussten damit nicht viel anzufangen, da ihnen die zündende Idee gegen die dicht gestaffelte Defensive fehlte. Chancen ergaben sich dagegen auf der Gegenseite: Bei einem Freistoß von Caligiuri kam Goretzka zum Kopfball, scheiterte allerdings an Sommer. Kurz darauf probierte es Burgstaller mit einem Linksschuss - der Ball strich knapp über die Latte. Die beste Gelegenheit hatte Konoplyanka, der mit Tempo aus halbrechter Position im Strafraum zum Abschluss kam, Sommer parierte erneut (58., 59., 62.).


Nach gut 70 Minuten hatten die Gladbacher 73 Prozent Ballbesitz, gewannen 56 Prozent aller Zweikämpfe, setzten sich im entscheidenden Drittel aber nicht gefährlich in Szene. Erst in der 74. Minute wurde es vor dem Tor von Ralf Fährmann wieder gefährlich: Elvedi wurde steil geschickt und wollte eine Flanke von rechts in den Strafraum bringen. Das Spielgerät flog jedoch genau aufs Tor und klatschte an die Latte.

FC Schalke 04 v Borussia Moenchengladbach - Bundesliga

   Mit der Leistung seiner Mannschaft kann Domenico Tedesco zurecht zufrieden sein


Das Spiel blieb in der Schlussphase weiterhin offen, da S04 auf gefährliche Konter lauerte und offensiver wurde. Die nächste Chance gehörte Goretzka, sein Schuss verpasste das Tor aber deutlich (78.). Die Fehler der Gladbacher häuften sich, offensiv war weiterhin wenig zu sehen, allerdings blieben auch auf der Gegenseite Großchancen aus. Königsblau spielte auf Sieg, doch das beidseitige Engagement änderte nichts am schlussendlichen Spielausgang.


Durch das Unentschieden schwinden Gladbachs Europapokal-Hoffnungen weiterhin, weshalb man neben den Patzern der Konkurrenz auf Siege gegen Freiburg und Hamburg hoffen muss - allerdings wird Hecking gegen den Sport-Club neben Kramer, Zakaria und Stindl auch auf dne gelb-gesperrten Vestergaard verzichten müssen. Schalke hingegen ist noch immer voll auf Champions-League-Kurs und hat in den restlichen Spielen gegen Augsburg und Frankfurt die Chance, den zweiten Tabellenplatz perfekt zu machen.