​BVB-Coach Peter Stöger sorgte bereits vor dem Spitzenspiel gegen Bayer Leverkusen für einen Paukenschlag. Kapitän Marcel Schmelzer stand nach schwacher Leistung im Derby nicht einmal mehr im Kader der Borussia. Stattdessen spielte der etatmäßige Innenverteidiger Manuel Akanji den Part auf der linken Abwehrseite. Und der Schweizer zeigte eine bombastische Leistung. Was wird nun aus Schmelzer?


Das Tor zum 3:0 war sicherlich eines der schönsten der Saison. Youngster Jadon Sancho nimmt einen langen Ball geschmeidig mit dem Außenrist mit, lässt Gegenspieler Tin Jedvaj im Sprindtduell keine Chance und legt perfekt auf Maximilian Philipp ab, der den Ball nur noch einnetzen musste. Doch wer schlug eigentlich den langen Pass auf das englische Supertalent? Manuel Akanji leitete diese Sahne-Angriff mit einem starken Ball auf Sancho ein. Eine Aktion, die man vom etatmäßigen Linksverteidiger Marcel Schmelzer so eher selten sieht.



Ersatzmann Akanji brillierte auf der linken Abwehrseite. Zeigte sich offensiv pass- und ballsicher, und hielt defensiv den Laden dicht. Nicht wenige staunten über den Auftritt des Winter-Neuzugangs, "Diese Position ist ihm nicht fremd", erklärte Peter Stöger nach der Partie. "Er hat es richtig gut gemacht. Ich habe kurz mit ihm gesprochen, ob er sich das zutraut. Ich bin froh, dass er so eine Leistung gebracht hat."



Der BVB zeigte die beste Performance der Saison. Was aber wird nun aus dem abgesägten Kapitän? "Marcel ist kein Verlierer, sondern als Kapitän dieser Mannschaft ein Gewinner", betonte der BVB-Coach. Eigentlich dürfte Schmelzer in dieser Saison keinen Platz mehr in der ersten Elf haben. Die Leistung von Akanji, aber auch der gesamten Mannschaft sprach Bände und war eine klare Ansage. Bezeichnend, dass nach dem Schlusspfiff kaum ein Spieler Partei für den Kapitän ergriff: "Wir können nicht viel dazu sagen, der Trainer hat so entschieden", sagte etwa Mario Götze. Auch Marco Reus erklärte eher nüchtern: "Es ist die Entscheidung des Trainers."



Marcel Schmelzer hat viel für Borussia Dortmund geleistet. Nach nun aber schon mehreren Jahren in der Formkrise, scheint nun die Zeit des Außenverteidigers aufgelaufen. Wie schon Kevin Großkreutz, Neven Subotic, Jakub Blaszczykowski oder auch Neven Subotic wird nun mit Schmelzer ein weiterer Leistungsträger der Meisterjahre aussortiert. In Anbetracht der letzten Leistungen aber auch völlig zurecht. Es ist eine Entscheidung, die sogar schon viel zu spät getroffen wurde, denn für ein Top-Team reicht es einfach nicht mehr. Auch die Kapitänsbinde stand einem Marco Reus wesentlich besser zu Gesicht. Zur neuen Saison wird es einige mutige Entscheidungen geben müssen - Schmelzer scheint eine davon zu werden.