Durchatmen beim HSV. Ungeachtet der sportlichen Schieflage ist zumindest finanziell der Rahmen für die kommende Spielzeit gesteckt. Der Dino erhält die Lizenz ohne Auflagen und Bedingungen - unabhängig von der Ligazugehörigkeit. Möglich machte das ein neuer Kredit und Klauseln in den Spielerverträgen. Investor Klaus-Michael Kühne war nicht beteiligt.


Bei den vielen offenen Fragen beim Hamburger SV ist zumindest die wichtigste Baustelle geklärt. Der ​HSV erhält die Lizenz für die kommende Saison ohne Auflagen und Bedingungen - und zwar für die Erste und Zweite Liga. Das teilte der Bundesliga-Dino am Mittwochnachmittag offiziell mit.

"Unser Finanzbereich hat unter der Leitung von Frank Wettstein [Finanzvorstand, Anm. d. Red.] sehr gute Arbeit geleistet und damit die Grundlage für die kommende Spielzeit geschaffen“, zeigte sich Aufsichtsrats-Boss Bernd Hoffmann erfreut. 


Der HSV hat das ohne weitere Finanzspritzen von Investor Klaus-Michael Kühne geschafft. Der Unternehmer hatte in der Vergangenheit dem auch finanziell strauchelnden Dino immer wieder unter die Arme gegriffen, zuletzt seine ​weitere Mithilfe aber an Bedingungen geknüpft


Ohne Zutun des 80-Jährigen hilft dem HSV ein neuer Kredit in Höhe von zwölf Millionen Euro und vor allem die für die Zweite Liga angepassten Verträge bei den meisten Profis. Außer dem derzeit ins englische Unterhaus (Leeds United) verliehenen Pierre-Michel Lasogga, dessen Vertrag an der Elbe noch bis 2019 läuft, besitzen nach Informationen der Bild alle Spieler Klauseln in ihren Verträgen. Diese besagen, dass sich im Abstiegsfall das Gehalt um 30 bis 40 Prozent reduziert. Auch die leitenden Mitarbeiter müssten dann Gehaltseinbußen hinnehmen. 

Zusätzlich habe Wettstein frühzeitig mit den Dienstleistern des Klubs Vereinbarungen getroffen, die die weitere Zusammenarbeit nach einem möglichen Abstiegsfall regeln. In der Zweiten Liga würde der HSV wohl mit einem Spieler-Etat von rund 30 Millionen Euro planen. Der Zuschauer-Schnitt soll auf 40.000 kalkuliert sein.


Der positive Nebeneffekt, den die erhaltende Lizenz mit sich bringt: Der HSV kann bei etwaigen Spielerverkäufen, die es trotz der Vertragsklauseln geben wird, frei verhandeln. Mögliche Transfer-Erlöse sind kein Bestandteil der Lizenz-Erteilung. Die Verantwortlichen müssen ihr Tafelsilber also nicht unter Existenzdruck verscherbeln.