Der FC Arsenal will sich in der Liga gegen West Ham für den Europa-League-Kracher gegen Atletico Madrid warmlaufen. Am Sonntag im London-Duell noch keine Option, könnte Henrikh Mkhitaryan gegen Atletico nach seiner Knieverletzung zurückkehren. Mit dabei sein dürften dann auch die leicht angeschlagenen Jack Wilshere und Aaron Ramsey. 


​Den Kampf um die Champions-League-Plätze hat Arsenal-Coach Arsene Wenger längst aufgegeben. Kein Wunder, angesichts von 14 Punkten, die die Gunners in den verbliebenen fünf Ligaspielen aufholen müssten. So bezeichnete der Franzose die kommende Premier-League-Begegnung am Sonntag gegen West Ham United (14.30 Uhr) als "Vorbereitung auf Donnerstag". Dann steht im Emirates das ​Europa-League-Hinspiel im Kracher-Halbfinale gegen Atletico Madrid an (21.05 Uhr).


Wollen die Gunners im kommenden Jahr wieder in der Königsklasse auftreten, muss ein Sieg im Favoriten-Duell her, um im Finale am 16. Mai in Lyon den Europa-League-Titel gewinnen zu können. Nachdem Wenger am vergangenen Sonntag bei der 1:2-Pleite gegen Newcastle United noch einige Stars wie Mesut Özil schonte, soll sich die potenzielle erste Elf gegen die Hammers für Atletico einspielen, wie der 68-Jährige auf der Pressekonferenz am Donnerstag erklärte.

Wilshere fraglich, Ramsey fit, Mkhitaryan auf dem Weg der Besserung


​​Ob Jack Wilshere dann wieder in die Startelf zurückkehren kann, ließ Wenger noch offen. Der 26-jährige englische Nationalspieler hat Probleme mit dem Sprunggelenk, soll aber spätestens am Donnerstag gegen Madrid wieder zur Verfügung stehen. "Es ist keine langwierige Sache", gab der Gunner-Coach zu Protokoll. Im Sommer läuft der Vertrag des Arsenal-Eigengewächses aus. Wenger bestätigte, dass Wilshere ein Angebot zur Vertragsverlängerung vorliege, es ​bislang aber noch nicht angenommen habe. "Ich kann nichts neues sagen. Nur, dass er nicht unterschrieben hat. Er hat ein Angebot, wir wollen, dass er bleibt und ich hoffe, er wird irgendwann verlängern", so der 68-Jährige.


Dagegen ist Aaron Ramsey trotz einer Wunde am Bein für Sonntag nicht fraglich. Der 27-jährige Waliser konnte zwar nur ohne Körperkontakt trainieren, gegen Newcastle sei er dennoch einsatzbereit, versicherte Wenger. 


Anders ist die Lage beim Ex-Dortmunder Henrikh Mkhitaryan. Der 29 Jahre alte Armenier laboriert an einer Knieverletzung, kann aber schon wieder laufen. "Er muss sich in den nächsten drei, vier Tagen steigern, um zu sehen, mit wie viel Intensität er trainieren kann", erklärte der Arsenal-Trainer. Frühestens könne Mkhitaryan am Donnerstag zurückkehren, so Wenger weiter.


Die Leiden des Santi Cazorla


Ganz sicher weiter nicht zur Verfügung steht Santi Cazorla. Der zweimalige Europameister fehlt Arsenal nunmehr seit Oktober 2016. Eine Entzündung der Fußsohle macht dem 33-jährigen Spanier so schwer zu schaffen, dass er sich bereits mehrerer Operationen unterziehen musste. Wenger ließ auf der Pressekonferenz sogar offen, ob Cazorla jemals wieder auf höchstem Niveau Fußball spielen könne: "Ehrlich gesagt, ich weiß es nicht. Ich hoffe ja, aber ich kann es nicht sagen." Er habe Cazorla seit dem Liga-Pokalfinale (25.2., 0:3 gegen Manchester City) nicht mehr gesehen, weil er seine Reha in der Heimat absolviert, sagte Wenger. "Wir vermissen ihn sehr. Ich habe bislang nicht groß darüber gesprochen, aber wir vermissen ihn in unserem Spiel sehr. Er ist ein außergewöhnlicher Fußballer und es ist sehr traurig, was ihm passiert ist und sehr traurig auch für Arsenal", so Wenger. 


Cazorlas Vertrag in London endet mit Ablauf der Saison. Ob der Routinier seine Karriere fortsetzen kann, ist nach den Worten von Wenger offener denn je.