​Bayern-Keeper Sven Ulreich zeigte beim gestrigen 6:2-Erfolg seines Teams über Bayer Leverkusen erneut seine Klasse. Nicht nur einmal bewahrte er den Rekordmeister vor einem weiteren Gegentreffer. Das Netz will den Neuer-Back-Up zurecht im WM-Kader von Jogi Löw sehen. Mittlerweile gehen dem Bundestrainer auch die Argumente aus, Ulreich nicht zu berücksichtigen.


Für die WM-Träume Ulreichs hätte das gestrige Spiel nicht besser laufen können. Er selbst lieferte erneut eine Gala-Vorstellung ab, während sich Konkurrent Bernd Leno (aktuell Nummer drei im DFB-Team) sechs Tore fing und nicht gerade glänzte. Bundestrainer Jogi Löw hat zurzeit beinahe keine andere Wahl, als Bayerns Nummer zwei mit nach Russland zu nehmen. Es wäre ein Novum in der DFB-Historie: noch nie standen zwei Keeper aus dem selben Verein im Kader.



Mitte September horchte Fußball-Deutschland auf: Manuel Neuer verletzte sich am Fuß und drohte lange auszufallen. Borussia Dortmund stand mit fünf Punkten Vorsprung an der Tabellenspitze. Findet die Dominanz der Bayern nun ein jähes Ende? Schließlich wird der Rekordmeister nun längere Zeit auf die Paraden des Welttorhüters verzichten müssen. Ein Sven Ulreich kann sicher nicht den Unterschied machen. Der ist ja eh nur Ersatz. Falsch gedacht.



16-mal sollte der Neuer-Back-Up die Null halten. In nicht wenigen Spielen erwischte der ehemalige Stuttgarter einen Sahnetag. Auch auf höchstem Niveau wusste Ulreich zu überzeugen. Und das hat er seinen Torwart-Konkurrenten in Deutschland voraus: einzig Marc-André ter Stegen, der mit Barcelona im Viertelfinale der Königsklasse scheiterte, kann da mitreden. Aber der Rest? Kevin Trapp sitzt bei PSG auf der Bank, Bernd Leno spielte diese Saison nicht mal international. Und Ulreich? Der spielt die kommenden Wochen das Champions-League-Halbfinale gegen Real Madrid. Mehr geht nicht.



Ende April aber, wird Manuel Neuer in den Kasten von Bayern München zurückkehren, sodass Ulreich ein mögliches Finale verpassen würde. Dennoch hat sich die Nummer zwei für höhere Aufgaben empfohlen: die Weltmeisterschaft. Einen Platz hinter Neuer und ter Stegen hat sich der 29-Jährige durch eine starke Saison mehr als verdient. Wenn schon nicht aufgrund seiner eigenen Leistungen, dann wegen der schwachen Leistungen seiner Konkurrenz.