Nach dem Kovac-Schock: 10 Kandidaten für den Eintracht-Trainerstuhl

Die Katze ist aus dem Sack: Niko Kovac wird ab kommender Saison Trainer des FC Bayern und verlässt damit die Frankfurter Eintracht ein Jahr vor seinem Vertragsende 2019. SGE-Sportdirektor Bruno Hübner und Sportvorstand Fredi Bobic müssen sich auf die Suche nach einem geeigneten Nachfolger für den kroatischen Erfolgscoach machen. An Kandidaten dürfte es nicht mangeln - die Eintracht steht vor der Rückkehr nach Europa.


Von der internen Lösung über aktuelle Bundelsigatrainer bis hin zu Kandidaten aus dem Ausland - hier sind zehn mögliche Kovac-Nachfolger:

10. Marco Pezzaiuoli

Die einfachste, weil interne Lösung für die Kovac-Nachfolge wäre Marco Pezzaiuoli. Der 49-jährige Deutsch-Italiener arbeitete als DFB-Junioren-Nationaltrainer, stand 2011 ein halbes Jahr an der Seitenlinie der TSG Hoffenheim und wechselte 2014 nach Fernost. Dort arbeitete er in Japan drei Monate bei Cerezo Osaka und ging anschließend nach China als Jugendleiter von Guangzhou Evergrande. Seit Anfang des Jahres ist er bei Eintracht Frankfurt als Technischer Direktor angestellt, wo er als Bindeglied zwischen Jugend- und Profi-Abteilung fungieren soll.


Pezzaiuoli als Chefcoach wäre allerdings eine Überraschung: Seit 2014 arbeitet er nicht mehr regelmäßig an der Seitenlinie und in der Bundesliga verfügt er über kaum Erfahrung. In 17 Spielen mit Hoffenheim holte er 18 Punkte. 


Tendenz: Pezzaiuoli bleibt bei seinem aktuellen Posten.

9. Marco Rose

Ungleich schwerer wäre es für die Eintracht, Marco Rose an den Main zu lotsen. Der sorgt derzeit mit RB Salzburg in der Europa League für Furore und steht auch in der österreichischen Bundesliga an der Spitze. Für den 41-Jährigen würde sprechen, dass er aus seiner Zeit in Mainz die Rhein-Main-Gegend gut kennt. Dagegen sein bis 2019 laufender Vertrag. 


Tendenz: Kaum vorstellbar, dass das RB-Imperium den Erfolgscoach ziehen lassen möchte. Rose könnte als gebürtiger Leipziger vielmehr in der Bundesliga ein Kandidat für Schwester-Klub Leipzig werden. Vieles hängt dabei von der Zukunft von Ralph Hasenhüttl ab.

8. Jens Keller

Jens Keller trainierte in der Bundesliga schon den VfB Stuttgart und durchaus erfolgreich auch den FC Schalke 04. Zuletzt stand der 47-Jährige an der Seitenlinie bei Union Berlin. Bei den Eisernen wurde Keller Anfang Dezember 2017 entlassen - statt Aufstiegshoffnung herrscht bei Union seither Abstiegsangst. 


Tendenz: Keller ist ein heißer Kandidat. Er trug als Spieler zwischen 2002 und 2005 das Eintracht-Trikot, hat also den viel zitierten "Stallgeruch". Mit Schalke sammelte er zudem Erfahrung im Europapokal und ist derzeit ohne Verein. 

7. Hannes Wolf

Der "Trainer des Jahres 2017" gehört zur aufstrebenden jungen Trainergeneration. Lange Jahre als Jugendcoach beim BVB, schaffte Hannes Wolf mit dem VfB Stuttgart die Rückkehr in die Bundesliga. Dort legte er ebenfalls einen guten Start hin, ehe er nach der Ergebniskrise der Schwaben um den Jahreswechsel Ende Januar seinen Hut nehmen musste. Seine Fähigkeiten sind dennoch unbestritten und dürften den 36-Jährigen schnell wieder auf einen Bundesliga-Trainerstuhl bringen.


Tendenz: Wolf ist mit Sicherheit in der engeren Verlosung. Er wäre wohl ein geeigneter Kandidat um die Arbeit von Niko Kovac fortzuführen. Auch er wäre frei verfügbar.

6. Peter Stöger

Peter Stöger trainiert derzeit noch Borussia Dortmund, die Zeit des Österreichers beim BVB endet aber wohl im Sommer. Zuvor konnte Stöger lange Jahre beim 1. FC Köln kontinuierlich gute Arbeit leisten - in einem vergleichbaren Umfeld und mit ähnlichen Mitteln wie bei der Eintracht.


Tendenz: Stöger wird es dennoch eher nicht. Der BVB-Coach wollte eigentlich schon nach seiner Zeit beim Effzeh eine Auszeit nehmen und dürfte das ab kommenden Sommer etwas verspätet tun.

5. Kenan Kocak

Kenan Kocak arbeitet seit knapp zwei Spielzeiten erfolgreich beim Zweitligisten SV Sandhausen. Dort holt er mit geringen Mitteln viel aus dem Team heraus. Den 37-Jährigen kann man deshalb nicht als No-Name bezeichnen - er wäre dennoch eine kleinere Lösung.


Tendenz: Kocak hat zwar noch Vertrag bis 2020, wäre aber sicherlich für eine kleinere Ablösesumme zu haben. Sportdirektor Bruno Hübner und Sportvorstand Fredi Bobic müssen entscheiden, ob sie im gebürtigen Türken den richtigen Kandidaten sehen.

4. David Wagner

David Wagner wird oft als "Klopp-Klon" bezeichnet. Die Parallelen sind in der Tat vorhanden: Der 46-Jährige ist guter Kumpel und Trauzeuge des Liverpool-Trainers und arbeitet derzeit ebenfalls in der Premier League. Mit Huddersfield Town schaffte er sensationell den Aufstieg und kämpft derzeit als Tabellen-16. um den Klassenerhalt. In England besitzt der 46-Jährige noch einen Vertrag bis 2019.


Tendenz: Wagner wäre eine Top-Lösung. Der Deutsch-Amerikaner ist in Frankfurt geboren, hat also Bezug zu Stadt und Klub, für den er eine Saison als Spieler aktiv war (1990/91). Allerdings würde Wagner eine Ablöse kosten und besitzt noch keinerlei Erfahrung in der Bundesliga. Er bleibt dennoch ein "Geheim-Favorit".

3. Adi Hütter

Der 48-jährige Österreicher steht seit 2015 bei Young Boys Bern in der Schweiz unter Vertrag und tut das auch noch bis 2019. Hütter wird immer wieder als potenzieller Kandidat auch in der Bundesliga genannt. Der Grund liegt auf der Hand: Mit den Young Boys führt er die Schweizer Liga derzeit sensationell mit 16 Punkten vor Abonnement-Meister FC Basel an.


Tendenz: Die Verpflichtung von Hütter wäre zwar eine Überraschung, der Ösi-Coach dürfte aber durchaus zum Kreis der nicht mehr ganz so geheimen Geheimfavoriten zählen. Auch beim 48-Jährigen würde eine Ablöse fällig.

2. Markus Weinzierl

Vier Jahre war Markus Weinzierl der Erfolgsgarant beim FC Augsburg in der Bundesliga. Auf Schalke klappte es für den 43-Jährigen dagegen nicht so gut. Nach nur einer Saison musste der zuvor erklärte Wunschtrainer wieder Abschied nehmen. Seither wartet Weinzierl auf eine neue Aufgabe, die er sich in Ruhe aussuchen kann. Bei Königsblau steht er noch bis 2019 auf der Gehaltsliste.


Tendenz: Markus Weinzierl als Trainer bei Eintracht Frankfurt? Das erscheint durchaus vorstellbar. Der 43-Jährige könnte gut zum Anforderungsprofil für die Kovac-Nachfolge passen.

1. André Schubert

Bei Borussia Mönchengladbach sammelte André Schubert Champions-League-Erfahrung. Dort wurde er im September 2015 nach dem Abgang von Lucien Favre vom Interimscoach zur Dauerlösung befördert. Die hielt bis zu seiner Entlassung Ende 2016. Der 46-jährige Fußballlehrer dürfte fieberhaft nach einer neuen Aufgabe suchen, um nicht vom Bundesliga-Radar zu verschwinden.


Tendenz: Schubert ließ zwar in Gladbach ansehnlichen Fußball spielen und zeigte zuvor in Paderborn, was er aus geringen Mitteln im Stande ist zu formen. Doch der 46-Jährige zählt zu den krassen Außenseitern auf den vakanten Trainerstuhl bei der Eintracht.

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