Bayer Leverkusen muss die Rückkehr auf Rang vier teuer bezahlen. Beim 4:1-Sieg in Leipzig verletzten sich gleich drei Stammspieler - und das vor den schweren Aufgaben gegen Frankfurt, Bayern und den BVB. Wendell erwischte es am schlimmsten und wird länger fehlen. Bei Keeper Bernd Leno und Abwehrchef Sven Bender besteht dagegen Hoffnung auf eine schnelle Genesung.


Nach dem Topspiel ist für Bayer Leverkusen vor den nächsten Spitzenduellen: Mit dem überzeugenden ​4:1-Sieg in Leipzig am Montagabend springt die Werkself wieder auf Champions-League-Rang vier​. Am kommenden Samstag (15.30 Uhr) muss Bayer diesen im direkten Duell mit Eintracht Frankfurt verteidigen. Drei Tage später spielt Leverkusen gegen die Bayern um den Einzug ins DFB-Pokalfinale bevor Heiko Herrlich mit seinem Team am Samstag darauf gegen den BVB antritt.


Leverkusen befindet sich im Saisonendspurt in den "Wochen der Wahrheit". Der Erfolg in Leipzig dürfte der Werkself ordentlich Selbstvertrauen für die kommenden schweren Aufgaben geben. Nach dem frühen 0:1-Rückstand gegen Vizemeister RB drehte Bayer die Partie in beeindruckender Manier und siegte am Ende deutlich. Die drei Punkte musste Leverkusen allerdings teuer bezahlen. Gleich vier Stammspieler traten die Reise zurück an den Rhein angeschlagen an. 


Schon nach 17 Minuten erwischte es Sven Bender. Vor dem 0:1 war der Abwehrchef umgeknickt und musste im Anschluss ausgewechselt werden. "Es ist nicht so schlimm, aber es sieht so aus, dass es bis Samstag nicht reichen wird, aber Richtung Dienstag haben wir Hoffnung", erklärte Bayer-Coach Herrlich gegenüber dem ​kicker. Bender erlitt nach Angaben des Klubs am Dienstagnachmittag eine Distorsion im linken Sprunggelenk.

Bei Wendell ahnte Herrlich schon am Montagabend Schlimmeres. Der Brasilianer war bei einer Grätsche im zweiten Durchgang im Boden hängen geblieben und verdrehte sich dabei das Sprunggelenk und auch leicht das Knie. "Da wird noch ein MRT gemacht. Ich gehe nicht davon aus, dass es bis Samstag, Dienstag oder nächste Woche Samstag was wird. Das sah nicht so gut aus", meinte Herrlich. Weitere Untersuchungen am Tag nach der Partie haben nun Klarheit über die Schwere der Verletzung gegeben. Wendell erlitt einen doppelten Bänderriss im Sprunggelenk und wir "voraussichtlich in den kommenden vier Wochen" fehlen.

Entwarnung konnte immerhin bei ​Charles Aránguiz gegeben werden. Der Chilene dürfte schon am Samstag gegen Frankfurt wieder spielen können. Aránguiz musste nach einem Foul von Leipzigs Bernardo zwar lange behandelt werden, biss aber bis zum Schlusspfiff auf die Zähne und hat wohl keine schwerwiegendere Blessur davongetragen. 

RB Leipzig v Bayer 04 Leverkusen - Bundesliga

Die Schmerzen sind Bernd Leno (l.) und Leipzigs Naby Keïta im Gesicht abzulesen.



Schmerzhaft war auch der Zusammenprall von Nationalkeeper Bernd Leno mit Naby Keïta. Der 26-Jährige verletzte sich dabei am Knie und am Daumen. "Da sind wir optimistisch, dass es bis Samstag wieder gut ist", sagte Herrlich noch nach dem Spiel. Lenos Einsatz gegen die Eintracht steht aber auf der Kippe. Nach weiteren Untersuchungen stellte sich eine Bänderdehnung im rechten Knie heraus.