Trotz erneuten Ärgers um den Videobeweis feierte Borussia Mönchengladbach im Borussia-Park gegen Hertha BSC einen 2:1-Heimerfolg und beendete damit die zwischenzeitliche Durststrecke von vier Spielen ohne Sieg. Während sich Spieler und Verantwortliche der Fohlen einerseits über die eigene Leistung, die erneut zu Wünschen übrig ließ, ärgerten, freuten sie sich auch für Doppeltorschütze Hazard, der lange warten musste, ehe er wieder zum Jubel ansetzen durfte.


Es war ein über weite Strecken zerfahrenes Spiel der Mönchengladbacher, das die rund 51.000 Zuschauer am gestrigen Nachmittag im eigenen Stadion zu sehen bekommen haben. Gegen die vor allem defensiv sehr gut arbeitende Hertha aus Berlin tat sich die Mannschaft von Dieter Hecking trotz der Umstellung auf eine offensive 3-1-4-2 Variante schwer und geriet aufgrund des elften Saisontores von Salomon Kalou mit 0:1 in Rückstand.


Auch nach Wiederbeginn ließen die Fohlen ihre gewohnte Kreativität und Schnelligkeit in der Offensive missen und hatten Glück, dass es die gegnerische Offensive um Kalou, Selke & Co. verpasste, die Führung trotz bester Chancen weiter auszubauen. In der Folge avancierte Thorgan Hazard, der zur zweiten Halbzeit für Denis Zakaria eingewechselt wurde, zum Matchwinner und steuerte neben dem Ausgleichstreffer auch das Siegtor herbei. Für den belgischen Offensivkünstler endet damit eine lange Durststrecke: Seit Januar wartete der 25-Jährige auf ein Tor in der Bundesliga, das letzte gelang ihm zuvor beim 2:0-Sieg über den FC Augsburg am 19. Spieltag.

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    In den vergangenen Wochen ließ Hazard regelmäßig beste Chancen liegen und war ein                         Sinnbild für Gladbachs magere Torquote in der Rückrunde


Im Interview mit ​borussia.de freute sich Hazard am Tag nach der Partie über die Saisontore acht und neun: "Gestern ist das Glück zu mir zurückgekommen – ich hoffe, es bleibt jetzt bei mir", so der Angreifer, dem die drei wichtigen Punkte im ​Kampf um die Europapokalplätze jedoch wichtiger waren: "Fußball ist ein Kollektivsport. Tore schießen ist schön, aber du musst das Spiel gewinnen. Es war nicht einfach, diese Partie noch umzubiegen. Wir haben nach dem 0:1 zunächst ein Tor erzielt, das nicht gegeben wurde, haben es aber weiter probiert. Und wenn man ehrlich ist: So ein Match zu gewinnen bringt mehr, als gut zu spielen und zu verlieren. Gerade zum jetzigen Zeitpunkt war das sehr wichtig. Das war gut für das Selbstvertrauen der Mannschaft. Ich hoffe, so können wir weitermachen."


Lob von Eberl - mit Mut nach München


Für den Bruder von Chelsea-Star Eden Hazard war es der 29. Einsatz im 29. Bundesligaspiel, allerdings verpasste er zum ersten Mal die Anfangsformation. Groll hegte er dennoch nicht: "Das war okay für mich. Der Trainer hat das entschieden, und ich habe zuletzt auch nicht immer gut gespielt. Natürlich will ich immer in der ersten Elf stehen. Aber wenn man nicht spielt, muss man daran arbeiten. Ich habe ja in der zweiten Hälfte die Chance bekommen, mich zu zeigen und der Mannschaft zu helfen."


Während Hecking über den letztendlichen Ausgang des Spiels "froh" war und die Pfiffe der Fans zur Halbzeit nachvollziehen konnte, freute sich Sportdirektor Max Eberl besonders für den Matchwinner der Fohlen: "Thorgan Hazard hat nach seiner Einwechslung eine großartige Reaktion gezeigt. Es zeigt, was für eine Qualität bei uns von der Bank kommen kann. Er hat sich diese beiden Tore daher absolut verdient. Thorgan hat sich damit für die letzten Wochen belohnt, in denen er auch schon viel gearbeitet hat, aber nicht so effizient war", wird der 44-Jährige auf der vereinseigenen Website zitiert.


Am kommenden Wochenende trifft Borussia Mönchengladbach auf Bayern München, das nach dem ​4:1-Auswärtssieg beim FC Augsburg die erneute Meisterschaft perfekt machte. Hazard rechnet zwar nicht damit, dass sich die Mannschaft von Jupp Heynckes an den restlichen Spieltagen schonen wird, doch er gibt sich trotzdem angriffslustig: "Wir fahren dorthin und werden versuchen, mitzuspielen und etwas zu holen." Vielleicht erzielt er dann auch sein zehntes Tor in der laufenden Saison, wenngleich dieses schon einige Wochen zuvor hätte fallen können.