Hannover 96 hat die Länderspielpause dringend gebraucht, um sich von der miserablen Form der letzten vier Spieltage mit einer Ausbeute von null Punkten zu erholen. Doch mit RB Leipzig bekamen die Norddeutschen wahrlich keinen angenehmen Gegner, um diese Serie zu beenden. ​


Hannover-Coach Andre Breitenreiter brachte überraschend Martin Harnik anstelle von Niclas Füllkrug von Beginn an. Bei RB Leipzig kehrte man derweil zur Viererkette in der Abwehr zurück, nachdem man beim letzten Spieltag mit drei Innenverteidigern den FC Bayern mit 2:1 besiegte. Ralph Hasenhüttl legte sich auf Konate und Orban in der Innenverteidigung fest und schickte Bernardo, Werner, Augustin und Forsberg zurück in die Startelf. 


Die Gäste übernahmen von Beginn an die Kontrolle, Hannover beschränkte sich derweil auf Konter. Im Umschaltspiel leisteten sich die Offensiv-Spieler der Niedersachsen allerdings viel zu viele Fehler, wodurch auch der 0:1-Treffer der Leipziger in der 15. Minute fiel.


Nach einem Ballverlust Hannovers spielte Leipzigs Augustin einen hervorragenden Pass auf Timo Werner, der quer auf Emil Forsberg passte. Der Schwede musste nur noch einschieben. Der nächste Rückschlag der Gastgeber kam nur drei Minuten später, als Abwehrjuwel Waldemar Anton verletzungsbedingt für Josip Elez ausgewechselt werden musste.


Im Verlaufe der restlichen ersten Halbzeit stellte Leipzig etwas das hohe und intensive Pressing ein, doch Hannover 96 konnte die neue Freiheit im Spielaufbau nicht ausnutzen. Die dominanten Leipziger verpassten derweil mehrere hochkarätige Chancen, um die verdiente Führung auszubauen.   


In der zweiten Halbzeit ging wieder RB Leipzig in den Offensiv-Modus und kam so verdient in der 54. Minute zur 2:0-Führung. Willi Orban verwandelte freistehend per Kopfball eine Flanke von Naby Keita. Jetzt sind die Gastgeber wieder aufgewacht.


Eine Chance folgte auf die nächste, bis Salif Sane seinerseits mit einem Kopfballtor das 1:2 erzielte. Fünf Minuten später erhöhte zwar Leipzig durch Yussuf Poulsen auf das 3:1, doch in der Schlussphase holte Hannover ungeahnte Kräfte heraus.


Zwei Minuten nach dem Leipziger Tor spielte Hannover-Verteidiger Oliver Sorg eine hervorragende Flanke in den Strafraum, die den Kopf des eingewechselten Niclas Füllkrug fand. Der in dieser Saison formstarke Knipser war wenig später sogar erneut erfolgreich, doch sein Treffer wurde aufgrund einer (extrem knappen) Abseitsstellung zurückgepfiffen. Die komplette Ekstase des Stadions nach dem vermeintlichen 3:3 war umsonst...


Das vor allem in der zweiten Hälfte unterhaltsame Spiel endete somit mit einem 2:3. Während RB Leipzig weiter im Kampf um die Champions-League-Plätze vorne bleibt, muss Hannover 96 mit der fünften Niederlage in Folge um das gesicherte Mittelfeld der Tabelle bangen.