Nach dem euphorisierenden Derbysieg gegen Bayer 04 Leverkusen musste der 1. FC Köln im Kampf um den Klassenerhalt einen mächtigen Dämpfer hinnehmen. Das Auswärtsspiel bei 1899 Hoffenheim verloren die Geißböcke mit 6:0 – vor allem in der zweiten Halbzeit zeigte die offensiv völlig entfesselte TSG den Gästen ihre Grenzen auf. Ein Gnabry in Gala-Form sowie ein unaufhaltsamer Mark Uth zerlegten den ‘Effzeh‘ letzten Endes nach dem Pausentee in seine Bestandteile.


TSG 1899 Hoffenheim – 1. FC Köln 6:0 (1:0)

Tore: 1:0 Gnabry (23.), 2:0 Gnabry (47.), 3:0 Uth (56.), 4:0 Rupp (61.), 5:0 Uth (65.), Zuber 6:0 (72.)

Zuschauer: 30.150


Kölns Trainer Stefan Ruthenbeck vertraute exakt derselben Startelf, wie schon beim 2:0-Derbysieg gegen Bayer 04 Leverkusen – Simon Terodde saß zunächst nur auf der Bank. TSG-Coach Julian Nagelsmann beließ es nach dem 3:3-Unentschieden gegen Gladbach bei zwei personellen Änderungen: Lukas Rupp und Marc Uth begannen für Eugen Polanski und Nadiem Amiri (beide Bank).


Das Spiel brauchte wahrlich keine lange Anlaufzeit, denn bereits nach 20 Sekunden konnten die Hoffenheimer eine erste gute Möglichkeit verzeichnen – Andrej Kramaric war allerdings nicht imstande, die Kugel zwei Meter vor dem Tor zu kontrollieren.


Hoffenheimer Offensiv-Feuerwerk – Höger fehlen Zentimeter


Die Anfangsphase ging derweil ganz klar an die Hausherren: Die TSG brannte in der Anfangsviertelstunde ein Offensiv-Feuerwerk ab, schnürte ihre Gäste tief in deren eigene Hälfte ein und ließ sie überhaupt nicht zur Entfaltung kommen – nur belohnt wurde der enorme Aufwand nicht: Unter anderem ließ Gnabry, den die Kölner überhaupt nicht in den Griff bekamen, gleich mehrere Hochkaräter liegen (5./7.). Das wurde im Gegenzug um ein Haar bestraft: Mit dem ersten Abschluss des ‘Effzeh‘ brannte es gleich lichterloh, doch Marco Högers Kopfball zischte nur Zentimeter über den Querbalken (18.).


Gnabrys Traumsolo – Horn verhindert Schlimmeres


Rundum die 23. Spielminute krönten die Kraichgauer dann ihr Offensiv-Spektakel: 20 Meter vor dem Tor setzte Serge Gnabry zum (Traum-)Solo an. Der 22-Jährige vernaschte zunächst Meré, ließ dann noch Maroh aussteigen und hämmerte die Kugel dann sieben Meter vor Timo Horn unter die Latte – 1:0! In der Folge versuchten die Domstädter den Hausherren immer wieder den Schwung zu nehmen – vergebens: Uth setzte den unermüdlichen Gnabry in Szene, doch der scheiterte an einer herausragenden Fußabwehr von FC-Keeper Horn. In der 37. Minute musste dann auch erstmals Oliver Baumann eingreifen, einen Abschluss von Dominique Heintz konnte er allerdings klären sodass es zum Halbzeitpfiff beim 1:0 für die TSG blieb.


Gnabry in Gala-Form – Uth schnürt den Doppelpack


Wer nach dem Pausentee auf eine Reaktion der Geißböcke gehofft hatte, wurde gänzlich enttäuscht. Während Offensiv wenig bis gar nichts ging, war das Abwehrverhalten des Tabellenvorletzten wahrlich nicht bundesligatauglich – und das nutzten die Hoffenheimer knallhart aus: Nach einem Ballgewinn von Grillitsch landete der Ball bei Gnabry, der – an diesem Nachmittag einfach nicht aufzuhalten – mit viel Tempo aufs Tor ging und letztlich aus 20 Metern flach ins linke untere Eck zum 2:0 vollendete (47.).


Mit dem zweiten TSG-Treffer fiel der ‘Effzeh‘ dann endgültig auseinander, denn es spielte weiterhin nur eine Mannschaft – und zwar die in blau: Rupp setzte Uth ein, der vollkommen unbedrängt zum 3:0 einschoss (56.). Nur fünf Minuten später revanchierte sich der Torschütze bei seinem Vorlagengeber: Pass Uth, Schuss Rupp – 4:0 (61.)! Und damit hatten die Hausherren immer noch nicht genug: Uth schnürte seinen Doppelpack (65.) und legte anschließend noch für den eingewechselten Zuber auf, der das 6:0 markierte (72.).


Bis Schiedsrichter Robert Hartmann letztlich abpfiff, passierte nicht mehr viel – und so gewannen die Hoffenheimer auch ihr zweites Heimspiel in Folge. Insgesamt sechsmal (!) klingelte es am Samstagnachmittag im Kölner Kasten, mit der zehnten Auswärtsniederlage in dieser Saison haben sich die Chancen auf einen Bundesliga-Verbleib des ‘Effzeh‘ zudem weiter verschlechtert – kann man vor heimischem Publikum Wiedergutmachung betreiben?

Für die Geißböcke geht es am kommenden Samstag (15:30 Uhr) weiter, wenn man Mainz 05 empfängt. Die TSG ist tags darauf (18 Uhr) in Frankfurt gefordert.