Die finanzielle Odyssee des AC Mailand geht in die nächste Runde. Letzte Woche berichtete das italienische Wirtschaftsmagazin Il Sole24 Ore darüber, dass der siebenfache Champions-League-Sieger zehn Millionen Euro von seinem Besitzer Yonghong Li fordert, um den Spielbetrieb aufrecht zu halten. Das Geld konnte der chinesische Investor jedoch innerhalb der geforderten Frist nicht zur Verfügung stellen. Steht er nun vor dem Aus?


Die Sorgenfalten der Milan-Bosse sollten nach letztem Freitag nicht weniger geworden sein, ​denn man ging davon aus, dass Club-Investor Li bis dahin die notwenigen finanziellen Mittel überwiesen habe. Fehlanzeige. Das Geld traf nicht ein. Man möchte dieser Tage gewiss nicht mit Mirabelli & Co. in einem Boot sitzen. Der strukturierten Ordnung auf dem Fußballfeld, steht ein absolutes finanzielles Chaos rund um das San Siro gegenüber.


Nun berichtet die Corriere della Sera, dass die Milan-Führung dem dubiosen chinesischen Geschäftsmann eine weitere Frist bis zum 4. April einräumt, um die Kapitalerhöhung abzuschließen, bevor das Elliot-Management eingreifen wird. Laut dem Mailänder Blatt werde es sich wahrscheinlich wieder um Fremdgelder oder einer weiteren Bankanleihe handeln.


Falls die finanziellen Mittel Anfang April nicht eintreffen, berichtet die italienische Tageszeitung, werde es eine effektive Clubübernahme durch die Elliott-Corporation geben und das Kapitel Li endet schneller wie es begonnen hat.


Der Vereinswert darf nicht sinken


Doch Paul Singer, CEO des Hedgefonds, beabsichtigt nicht den Verein finanziell auszubeuten, da es ebenso in seinem Interesse liegt, den Wert des Traditionsvereins zu Verkaufszwecken aufrecht zu erhalten. Schließlich stecken bereits zu viele finanzielle Anteile Singers im Mailänder Top-Klub, die er Yonghong Li vergangenes Jahr per Darlehen zur Verfügung stellte.


Darüber hinaus müssen die Mailänder bis zum 30. Juni weitere 35 Millionen Euro generieren, um die Lizenz für die kommende Serie A-Spielzeit zu erhalten. Kein einfaches Unterfangen. Der finanzielle Druck wächst zunehmend für Yonghong Li und den 18-fachen italienischen Meister und ein Ende scheint nicht in Aussicht.