​Die Saison 2016/17 der 'Bullen' aus Leipzig: der Durchbruch von RB in der Bundesliga, der Startschuss für eine Teilnahme an internationalen Wettbewerben und auch die Initialzündung für eine zukünftige Jagd auf den FC Bayern München? Nach 26 Spieltagen in der Saison 17/18 lässt sich bereits ein erstes Fazit ziehen.


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Kann mit der Liga-Saison der Leipziger bislang nur bedingt zufrieden sein: Ralph Hasenhüttl.


Mit 67 Punkten belegte RB Leipzig in der Saison zuvor den zweiten Platz und landete dabei noch vor Borussia Dortmund in der Bundesliga-Tabelle. In der aktuellen Spielzeit hatte man den FC Bayern im Pokal am Rande einer Niederlage. Experten sprachen schon davon, die Leipziger könnten langfristig gesehen die Jagd auf den FC Bayern eröffnen und auch in Bezug auf mögliche Transfers bald nachlegen.


Nach 26 Spieltagen rangiert die Truppe von Ralph Hasenhüttl auf dem 6. Tabellenplatz. Derzeit würde man sich damit für die UEFA Europa League qualifizieren. Ob das den Ansprüchen der Verantwortlichen genügt? Der Schritt Champions League kam für die Sachsen, die "organisch wachsen" wollten, eventuell ohnehin zu früh. In der Bundesliga zeigt man nicht mehr in jedem Spiel den RB-Zauber, der in der vergangenen Saison meist gut funktionierte und der letzten Endes zum Vizemeistertitel verhalf. 


Momentan zahlt die Mannschaft Lehrgeld und muss erfahren, wie stressig der Tanz auf mehreren Hochzeiten sein kann. Im DFB Pokal schied man bereits gegen den FC Bayern aus, in der Europa League bekommt man es im Achtelfinale aktuell mit Zenit St. Petersburg zu tun. Dem 2:1-Erfolg im heimischen Stadion folgt ein mit Sicherheit ungemütliches Gastspiel in Russland. Sollte RB das Viertelfinale des Wettbewerbs erreichen, kann diese Saison bei einer Qualifikation für das internationale Geschäft durchaus als Erfolg gewertet werden.

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Spielt seine letzte Saison bei RB: Naby Keita.


Was ist in der nächsten Saison zu erwarten? Mit Naby Keita verlässt ein Schlüsselspieler Leipzig und schließt sich dem FC Liverpool an. Der Mittelfeldspieler wird eine Lücke hinterlassen, die es zu schließen gilt. Der 23-Jährige ist ein einzigartiger Spielertyp, demnach wird die Anpassung seine Zeit brauchen. Timo Werner und Emil Forsberg sind Spieler, die immer wieder bei anderen Vereinen hoch im Kurs stehen. Das Argument der Teilnahme am  internationalen Wettbewerb sollte unter anderem ausreichen, um beide zumindest noch für die kommende Saison in Leipzig zu halten.


Eine weitere Saison unter den besten Sechs der Bundesliga ist Hasenhüttl und Co. also auch 2018/19 wieder zuzutrauen, auch wenn Keita den Verein verlassen wird. Sollte sich der Trainer selbst, dessen Vertrag noch bis 2019 läuft, nicht für eine Zukunft bei einem anderen Verein (Bayern München?) entscheiden, dürfte der Leipziger Weg weiter gehen. Weiterhin wird man auf europäische entwicklungsfähige Talente setzen. In diesem Atemzug werden derzeit die Namen Arp, Geubbels und Embaló genannt. Bis man dem FC Bayern national aber den Garaus machen kann, wird es wohl noch eine ganze Weile dauern.