​Die Nachricht geht bei Fans von Borussia Dortmund immer noch runter wie Öl. Marco Reus hat sich bis 2023 an den Verein gebunden. Endlich einmal bekennt sich ein Star langfristig zum Revierklub. Beobachtet man das Geschehen auf dem Transfermarkt, ist ein solches Bekenntnis nur noch selten zu finden. In einem Interview sprach Reus über seine Entscheidung und den damit verbundenen Legendenstatus.


"Ich bin in Dortmund geboren und aufgewachsen, da wird man automatisch Schwarz-Gelber", erklärte Reus seine Verbundenheit zum BVB in einem Gespräch mit Goal.com. "Es war immer ein Traum, für den Klub zu spielen, da ich mich mit den Fans verbunden fühle. Es macht unheimlich viel Spaß, in unserem Stadion aufzulaufen und insbesondere gemeinsam mit den Fans Siege zu feiern. Von daher ist für mich ein Kindheitstraum in Erfüllung gegangen."

Der 28-Jährige durchlief sämtliche Jugendstationen der Schwarz-Gelben, wurde allerdings nicht für gut genug befunden und schaffte den Sprung zu den Profis zunächst nicht. Erst über den Umweg Rot-Weiß Ahlen und Borussia Mönchengladbach reifte er zu einem Spieler, der sich in Dortmund durchsetzen konnte. Seit 2013 trägt der Linksaußen wieder das schwarz-gelbe Trikot. 


Am Freitag verlängerte Reus seinen 2019 auslaufenden Vertrag vorzeitig. Für den "Dortmunder Jungen" eine Herzensangelegenheit, ist er doch seit Kindestagen Fan der Borussia: "Ich kann mich noch daran erinnern, dass ich als Jugendspieler mit dabei war, als die Dortmunder 1997 den Champions-League-Pokal im Westfalenstadion präsentiert haben. Das war extrem emotional. Damals habe ich erstmals gemerkt, wie groß hier eigentlich alles ist und was für Emotionen in solchen Situationen entstehen."


BVB-Star Rosicky als Vorbild und Vergleiche mit Totti


Während seiner Zeit in der BVB-Jugend hatte Reus ein ganz bestimmtes Vorbild. Tomas Rosicky, der im Winter 2001 für eine Rekordsumme zum Revierklub wechselte, war stets Idol des heutigen BVB-Stars: "Die Art und Weise, wie er Fußball gespielt hat, diese Unbekümmertheit und Leichtigkeit in seinen Aktionen. Ich habe ihn unheimlich gerne spielen sehen, er hat ja auch sehr gute Leistungen gebracht. Vom Charakter her habe ich ihn leider nicht persönlich kennengelernt, aber ich habe mir sagen lassen, dass Tomas auch auf diesem Gebiet 1A war." 


Sollte Reus seinen neuen Kontrakt vollständig erfüllen, würde er zehn Jahre bei Borussia Dortmund gespielt haben. Gerade für einen Verein wie Borussia Dortmund ein seltener Fall. Parallelen zu Francesco Totti, der dem AS Rom trotz lukrativer Angebote stets treu blieb, werden deutlich. Von einem Legendenstatus will Marco Reus allerdings nichts wissen: "Ich kann mit solchen Wörtern nicht so viel anfangen. Jeder macht das, was er für das Beste hält, und möchte das Optimum aus seiner Karriere herausholen. Es ist natürlich sensationell und auch ein schönes Zeichen für die Fans und den Verein, wenn man so lange bei einem Klub ist, wie Totti bei der Roma war. Aber grundsätzlich muss das jeder für sich selbst entscheiden."