In den letzten Tagen wird in den Medien viel über den enormen Druck und die hohe Erwartungshaltung im Profi-Fußball gesprochen. Grund dafür ist ein Interview des früheren deutschen Nationalspielers Per Mertesacker, der jedoch auch Kritik dafür einstecken musste. In Spanien gibt es nun einen ähnlichen Fall. Andre Gomes vom FC Barcelona empfindet ähnlich wie Mertesacker und sprach dabei mit dem spanischen Fußballmagazin Paneka.


​Vor einigen Tagen sorgte Ex-Nationalspieler Per Mertesacker mit einem Interview beim Spiegel für Schlagzeilen, als er sich offen über die Folgen des Drucks im Geschäft des Profi-Fußballs äußerte. Der Weltmeister von 2014 habe sich dabei aufgrund der zu hohen Erwartungshaltung und dem enormen Druck häufig übergeben müssen. Einige Fußball-Experten kritisierten den Innenverteidiger vom FC Arsenal für diese Äußerungen - von nur wenigen Sportlerkollegen bekam er recht - das Internet stärkte ihm jedoch zum großen Teil den Rücken.


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Nun erhält Mertesacker für die Aussagen Unterstützung aus der Primera Division. Andre Gomes vom FC Barcelona fühlt nämlich ähnlich wie Mertesacker. In einem Interview mit Paneka erzählt Gomes, dass er auf und neben dem Platz mit Problemen zu kämpfen habe, die jedoch nur noch wenig mit dem Sportlichen zu tun haben. "Ich genieße es nicht auf dem Platz und fühle mich ängstlich", erklärt der portugiesische Nationalspieler trotz Rückendeckung seiner Teamkollegen.


Normales Trainieren sei für Gomes kaum noch möglich, denn der Druck ist bei den Katalanen immens hoch. Zu oft denke er an Fehler aus vergangenen Partien und an das, was er an sich und seinem Spiel noch verbessern kann oder muss. Jedoch sagt Gomes selbst dazu, dass es ihm weh tue über diese Dinge "zu viel zu denken".


Probleme im Alltag


Im Sommer 2016 wechselte Gomes für eine Ablösesumme in Höhe von 35 Millionen Euro vom FC Valencia, wo er zuvor stark aufspielte, zu Barca. ​Bei den Katalanen glänzte der talentierte Mittelfeldspieler jedoch ​noch nicht. Wohl auch deshalb ist die Situation für ihn derart belastend, dass sie auch Auswirkungen auf seinen Alltag hat. "Es ist mir mehr als einmal passiert, dass ich nicht aus dem Haus gehen wollte. Die Möglichkeit, dass die Leute einen anstarren könnten, wenn man auf die Straße geht", erläutert der Europameister von 2016. "Ich schließe mich ein. Ich erlaube es mir selbst nicht, die Frustration, die ich habe, loszuwerden."


Über diese Dinge redet Gomes jedoch nicht häufig. "Ich rede mit niemandem und will niemanden belästigen, weil ich mich schäme", sagt er. Nun tat er es doch, ging an die Öffentlichkeit, sprach mit den Medien und untermauerte somit die jüngst getätigten Aussagen von Per Mertesacker.