Die schwache Rückrunde setzt sich fort. ​Borussia Mönchengladbach musste sich am Samstagabend in Leverkusen völlig verdient mit 0:2 geschlagen geben. Die angepeilte Europa-Rückkehr droht zu scheitern. Gegen die Werkself zeigten sich die Fohlen offensiv erneut völlig harmlos. Bezeichnend, dass Leverkusens Wendell kurz vor Schluss für die beste Gladbacher Möglichkeit sorgte.


Totengräberstimmung am Niederrhein. Nach der dritten Saison-Niederlage gegen Bayer Leverkusen droht Borussia Mönchengladbach den Anschluss an die internationalen Plätze zu verlieren. Fünf Punkte Rückstand sind es nach der verdienten 0:2-Pleite in der BayArena auf den sechsten Platz, den momentan RB Leipzig inne hat. Hoffnung macht, dass durch die Konstellation im DFB-Pokal-Halbfinale wohl Rang sieben für die Europa League reichen wird. Der ist nur drei Zähler entfernt.


Allerdings braucht die Borussia dringend bessere Ergebnisse. Die Niederlage in Leverkusen war bereits die sechste Pleite in der Rückrunde. Beim Team von Trainer Dieter Hecking hapert es an allen Ecken und Enden. Mit 39 Gegentoren mussten nur die Torhüter der letzten drei Teams der Tabelle öfter hinter sich greifen. Dazu kommt das ​fast schon aberwitzige Verletzungspech. Acht Spieler fielen schon in Leverkusen aus - gegen die Werkself erwischte es gleich vier weitere Fohlen.


Am schlimmsten Jannik Vestergaard, dem mit einem Mittelfußbruch das Saisonaus droht. Vincenzo Grifo hat eine Dehnung des Kreuzbandes erlitten, Reece Oxford zog sich einen Muskelfaseriss zu und auch Christoph Kramers Verletzungsmisere geht weiter. Der Weltmeister fällt mit einer Verletzung des Hoffa-Fettkörpers im rechten Knie auf unbestimmte Zeit aus.


Harmlose Fohlen gegen überlegene Werkself


Das Topspiel am Samstagabend war neben den Schwächen in der Defensive vor allem aber auch ein Rückfall in zuletzt überwunden geglaubte Offensiv-Harmlosigkeit. Der eingewechselte Josip Drmic hatte acht Minuten vor dem Ende die erste nennenswerte Torchance. In der 89. Minute wäre Leverkusens Wendell beinahe ein Eigentor unterlaufen - bezeichnend, dass das die beste Möglichkeit der Fohlen war.

Bayer-Trainer Heiko Herrlich war nach dem Spiel froh, dass sein Linksverteidiger die Partie nicht auf den Kopf gestellt hatte. "Wir hatten Glück beim Kopfball von Drmic. Der Ausgleich hätte nicht zum Spielverlauf gepasst, es wäre aber das Spiegelbild zum DFB-Pokalspiel gewesen, wo Borussia eigentlich dominiert hat und wir mit einem Konter das Tor gemacht haben", erinnerte er sich auf der Pressekonferenz im Anschluss an die Partie zurück. "Dank Bernd Leno haben wir auch die zweite Aktion der Borussia durch Wendell überstanden. Da hat Bernd super reagiert. Aber das war es dann auch an Chancen, die Gladbach heute hatte", so Herrlich weiter.


Das sah auch dessen Kollege Dieter Hecking so: "Wir müssen zugeben, dass der Sieg für die Leverkusener vollauf in Ordnung geht. Sie waren die bessere Mannschaft", gab der Fohlen-Coach zu. "Meine Mannschaft hat dagegen im Umschaltspiel nicht das nötige Tempo gehabt, um zum Abschluss zu kommen. Außerdem waren wir in den entscheidenden Zweikämpfen nicht robust genug", meinte Hecking weiter.

Borussen-Kapitän Lars Stindl empfand die Niederlage als bitter, "wenngleich Leverkusen eine sehr starke Leistung gezeigt hat. Leider haben wir uns in der Vorwärtsbewegung nach einigen starken Ballgewinnen zu schnelle Ballverluste geleistet", befand der Nationalspieler, der mittlerweile seit dem zwölften Spieltag Mitte November auf einen Treffer wartet. Auch wenn er zuletzt betonte, sich nicht nur durch Tore definieren zu wollen - am 29-Jährigen lässt sich die Offensiv-Flaute der Borussia gut festmachen.