Spätestens seit diesem Spiel werden die Schalke-Fans Thilo Kehrer in ihr königsblaues Herz geschlossen haben. Der Abwehrspieler ging trotz einer Riesenbeule, die er sich beim 1:0-Sieg in Mainz zugezogen hatte, über die volle Distanz. Sportvorstand Christian Heidel verglich Kehrer mit einem Boxer - diese Mentalität kommt auf Schalke natürlich bestens an.


Solch eine Beule sieht man auch nicht alle Tage. Nach einem eigentlich eher unauffälligen Kopfballduell mit Robin Quaison von Mainz 05 sah Kehrer so aus, als müsse er sofort ausgewechselt werden. 

Das dachte zunächst auch dessen Trainer Domenico Tedesco, der sich laut ​kicker von seinem Schützling allerdings umstimmen ließ: "Weil Thilo gesagt hat, dass er alles sieht." Über der rechten Augenbraue hatte sich eine riesige Beule gebildet, die für Kehrer allerdings nicht als Grund ausreichte, das Spielfeld zu verlassen. Der Youngster biss auf die Zähne und scheute keinem Zweikampf.


Heidel: "Ich wäre wahrscheinlich sofort nach Hause gegangen."


Auch Christian Heidel zollte diesem Einsatz nach der Partie großen Respekt: "Er sah aus wie ein Boxer und ist trotzdem in jedes Kopfballduell gegangen. Ich wäre wahrscheinlich sofort nach Hause gegangen." Thilo Kehrer hat auf jeden Fall bewiesen, dass er über einzigartige Nehmerqualitäten verfügt.

1. FSV Mainz 05 v FC Schalke 04 - Bundesliga

Trotz der Beule hatte Kehrer offensichtlich alles im Blick.


Tedesco hatte zunächst damit gehadert, Kehrer weiterspielen zu lassen, wie er später zugab. Allerdings dachte er sich, "wenn Thilo nur noch eingeschränkt sehen kann, wird er sich schon melden. In der Halbzeitpause haben wir es dann noch einmal ganz genau gecheckt". Mit dem Ergebnis, dass Kehrer 90 Minuten durchhielt und sich in die Herzen der Fans kämpfte. Malocher-Typen wie er werden im Ruhrpott geliebt.