​Bundesliga-Dino Hamburger SV steht vor dem Spiel gegen Rekordmeister und Tabellenführer FC Bayern München auf dem vorletzten Tabellenplatz und marschiert somit geradewegs in Richtung erstmaligem Abstieg in die 2. Bundesliga. Der Rückstand auf den Relegationsplatz und Mainz 05 beträgt aktuell schon sieben Punkte und dürfte aller Voraussicht nach am nach dem Wochenende noch Bestand haben. Im Interview äußerte sich nun auch der ehemalige Hamburger und Münchner Profi Marcell Jansen zur Situation des HSV und zeichnete dabei ein Besorgnis erregendes Bild.


Der 32-Jährige spielte in seiner Karriere sowohl für den FC Bayern München als auch für den Hamburger SV, wo er seit Februar auch im neuen Aufsichtsrat sitzt. Im Interview mit der Abendzeitung äußerte sich der ehemalige Nationalspieler nun zur Situation des taumelnden Bundesliga-Dinos.

SV Werder Bremen v Hamburger SV - Bundesliga

Wartet weiterhin auf seinen ersten Sieg als HSV-Coach Bernd Hollerbach


"Es gab schon viele enge Abstiegskämpfe, aber so ernst wie jetzt stand es um den HSV noch nie. Das ist für alle eine sehr bedrückende Situation. Deshalb verstehe ich die Zuschauer auch. Hoffnung kommt immer durch gute Ergebnisse. Es liegt jetzt am Trainer und der Mannschaft, sie zu entfachen", so Jansen. Warum die Rothosen nun schon seit mehreren Jahren unten drin stecken, kann er sich derweil nicht erklären. "Das ist einfach der Sport, der sehr komplex und in dem der Konkurrenzkampf riesig ist. Es ist nicht immer alles erklärbar. Beim HSV hoffen wir natürlich, irgendwann den Schalter umgelegt zu bekommen. Dafür sind Zusammenhalt, Teamplay und Entscheidungen wichtig, mit denen man das Glück dann auch einfach wieder erzwingt." 


Jansen selbst betonte jedoch, dass man gerade als Spieler und Fan des Vereins bis zuletzt an das Wunder und den Klassenerhalt glauben solle. "Statistisch und rechnerisch wurde das ja schon alles ausführlich kommentiert, wie unwahrscheinlich das ist. Als Sportler würde ich aber immer daran glauben", so der ehemalige Außenbahnspieler.


Nachdem man unter Bernd Hollerbach weiterhin auf den ersten Sieg wartet, trifft man am Samstagnachmittag nun auch noch ausgerechnet ​auswärts auf Rekordmeister und Tabellenführer FC Bayern München, der zugleich auch der Angstgegner der Hanseaten ist. "Dass Bayern zuletzt selbst bei den starken Freiburgern einen so dominanten Sieg einfahren konnte, zeigt einfach dieses Bayern-Gen: Die wollen jedes Spiel gewinnen, auch wenn sie 25 Punkte Vorsprung haben. Wer da so durchzieht, hat auch in der Champions League eine realistische Chance auf den Titel. Der HSV hat in München nichts zu verlieren, dort erwartet keiner etwas von dir. In der Situation musst du jetzt alles reinwerfen. Jeder Spieler muss brennen und auch den Fans zeigen, dass man nichts abschenkt." 


Trotz des 0:8-Debakels im letzten Aufeinandertreffen zeigte sich Jansen nun durchaus optimistisch, was die Partie angeht. "Die Kompaktheit und der kämpferische Einsatz waren in den letzten Wochen eigentlich da, auch gegen Topteams wie Dortmund oder Leipzig. Und das 0:0 der Bayern gegen Hertha hat gezeigt, dass man gegen sie auch mal punkten kann."