André Gomes und der FC Barcelona - das ist bislang ein großes Missverständnis. Im Spitzenspiel gegen Atletico Madrid wurde der Portugiese für Barça-Idol Iniesta eingewechselt und von Teilen der Zuschauer anschließend mit Pfiffen belegt. Trainer Ernesto Valverde reagierte angefressen, Präsident Josep Maria Bartomeu versuchte den 24-Jährigen nach dem Spiel aufzubauen. Ein Abschied im Sommer erscheint dennoch wahrscheinlich.


Im Sommer 2016 sollte nach dem Europameistertitel mit der portugiesischen Nationalmannschaft der nächste Schritt in der Karriereleiter des André Gomes folgen. Für 35 Millionen Euro wechselte der zentrale Mittelfeldspieler vom FC Valencia nach Barcelona. Dort kommt der 24-Jährige aber auch in seiner zweiten Saison nicht über die Rolle des Ergänzungsspielers hinaus. Der Portugiese konnte bislang im Barça-Trikot nicht überzeugen und an seine Leistungen in Valencia anknüpfen.


24-mal durfte er unter Ernesto Valverde in der laufenden Spielzeit ran, stand dabei aber nur in zehn Partien in der Startelf - vornehmlich im spanischen Pokal. So blieb Gomes auch im Spitzenspiel gegen Verfolger Atletico Madrid zunächst nur die Bank. Aufgrund der Verletzung von Andres Iniesta wurde der 24-Jährige aber schon in der 35. Minute eingewechselt. ​Teile des Barça-Publikums pfiffen ihn darauf hin aus.

Barcelona v Atletico Madrid - La Liga

Im Spitzenspiel gegen Atletico wird Gomes (r.) noch vor der Pause für den verletzten Iniesta eingewechselt. Teile der Barça-Fans quittierte das mit Pfiffen.


Barça-Coach Valverde missfiel die Reaktion auf den Rängen sichtlich. Wild gestikulierend monierte er die Pfiffe der Zuschauer. Gomes blieb dagegen äußerlich gelassen und bedankte sich nach der Partie via Twitter sogar bei den Fans. "Eure Unterstützung mach uns unbesiegbar. Schritt für Schritt nähern wir uns dem Ziel. Kopf hoch, Magier!", schickte er auch noch Genesungswünsche für Kollege Iniesta hinterher.

Ganz so positiv schien er den Vorfall Stunden zuvor aber nicht aufgenommen zu haben. Als Präsident Josep Maria Bartomeu direkt nach der Partie in die Umkleide kam, um mit Gomes persönlich zu sprechen, war dieser schon verschwunden. Auch im VIP-Bereich des Stadions war der Portugiese nicht mehr aufzufinden. Wie die Mundo Deportivo berichtet, habe Baromeu Gomes deshalb angerufen, um ihm sein Bedauern über die Pfiffe auszusprechen und ihn aufzumuntern. Der habe sich artig für die Unterstützung des Präsidenten bedankt.


Seine Zeit bei den Katalanen scheint im Sommer trotz Vertrag bis 2021 dennoch abzulaufen. Barças Hoffnungen in Gomes den Spieler für die Zukunft gefunden zu haben, der die Nachfolge von Iniesta antritt, haben sich nicht erfüllt. ​Zur neuen Saison bekommt er mit Arthur wohl den nächsten Konkurrenten vor die Nase gesetzt. Längst steht der Portugiese deshalb bei anderen Klubs auf der Liste. Im Winter soll bereits Juventus Turin an einer Verpflichtung interessiert gewesen sein. Die Tottenham Hotspur und Manchester United werden ebenfalls gehandelt.