Im Achtelfinal-Kracher der Champions League hat sich Real Madrid souverän gegen PSG durchgesetzt. Nach dem 3:1-Hinspielerfolg gewannen die Königlichen auch das Rückspiel im Pariser Prinzenpark mit 2:1. Cristiano Ronaldo und Casemiro sorgten für den verdienten Sieg der Gäste. Edison Cavani gelang der zwischenzeitliche Ausgleich für PSG, bei denen Marco Verratti von Schiedsrichter Dr. Felix Brych mit Gelb-Rot vom Platz geschickt wurde.


Real Madrid ging mit einem 3:1-Vorsprung in das Achtelfinal-Rückspiel gegen Paris Saint-Germain. Das Team von Zidenine Zidane kann sich im Saisonendspurt voll und ganz auf den angestrebten Titel-Hattrick in der Königsklasse konzentrieren. In der spanischen Liga hinkt Real abgeschlagen hinter Barcelona und Atletico zurück. PSG hat die siebte französische Meisterschaft bei 14 Punkten Vorsprung auf Verfolger AS Monaco dagegen fast schon sicher. Das große Ziel in der französischen Hauptstadt bleibt der Gewinn der Champions League. 


Im Rennen um den Henkelpott musste PSG-Trainer Unai Emery auf Superstar Neymar verzichten. Der Brasilianer hatte sich im Ligaspiel gegen Olympique Marseille einen Haarriss im Fuß zugezogen und droht den Rest der Saison auszufallen. Für ihn kam der Argentinier Angel di Maria in die Startelf, Nationalspieler Julian Draxler blieb nur die Bank. In der Innenverteidigung bekam zudem Routinier Thiago Silva den Vorzug gegenüber Presnel Kimpembe. Und auch im defensiven Mittelfeld setzte Emery auf Erfahrung und brachte den wiedergenesenen Thiago Motta für Giovani Lo Celso. 

In der Startelf der Königlichen hatte Zidane einige Überraschungen parat. Toni Kroos und Luka Modric wurden zwar rechtzeitig wieder fit, mussten im Prinzenpark aber zunächst draußen bleiben. Neben Abräumer Casemiro begann Mateo Kovacic. Über die Flügel starteten Lucas Vazquez über rechts und Marco Asensio auf der linken Seite. Isco blieb wie Gareth Bale nur die Bank. Daniel Carvajal nahm wie erwartet seinen angestammten Platz als rechter Verteidiger ein. Für den Ex-Leverkusener musste Nacho Fernández weichen.

Real in der torlosen ersten Hälfte die bessere Mannschaft


Die Partie begann mit einer Schweigeminute für den verstorbenen italienischen Nationalspieler Davide Astori. Dann rollte die Kugel und Real erwartete PSG in einem klaren 4-4-2 in der Defensive auf Höhe der Mittellinie. Situativ versuchten die Königlichen aber schon in der Anfangsphase Paris auch im Angriffspressing zu stören. Die Hausherren waren dagegen zunächst um Spielkontrolle bemüht. 

Paris Saint-Germain v Real Madrid - UEFA Champions League Round of 16: Second Leg

In Gedenken an Davide Astori versammelten sich die Spieler und Schiedsrichter vor dem Anpfiff am Mittelkreis.


Nach einer ausgeglichenen Anfangsviertelstunde hatte Real-Kapitän Sergio Ramos die erste Chance der Partie (17.). PSG-Keeper Alphonse Areola parierte aus kurzer Distanz glänzend. Madrid blieb in der Folge die leicht bessere Mannschaft und wirkte im Spiel nach vorne etwas gefährlicher. Benzema tauchte in der 38. Minute nach einem langen Ball von Marcelo urplötzlich frei vor dem PSG-Gehäuse auf. Der Franzose scheiterte aber aus spitzem Winkel an der Fußabwehr von Areola. So blieb es bis zum Pausenpfiff von Schiedsrichter Dr. Felix Brych torlos. PSG musste sich im zweiten Durchgang erheblich steigern, hatte in der 43. Minute durch Kylian Mbappé aber immerhin die erste Einschussmöglichkeit. Der 19-Jährige entschied sich aus ungünstiger Position etwas zu eigensinnig für den letztlich harmlosen Abschluss, anstatt auf den mitgelaufenen Edison Cavani quer zu legen.

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Die PSG-Anhänger sorgten zu Beginn der zweiten Halbzeit für eine Spielunterbrechung.


Ronaldo köpft Real ins Viertelfinale - Verratti fliegt


Beide Teams kamen unverändert aus der Pause. Paris erhöhte nun von Beginn an den Druck und drängte Real in die eigene Hälfte. Die erste Chance hatten aber wieder die Gäste. Der Kopfball von Ronaldo verfehlte aber das PSG-Gehäuse (49.). Nur zwei Minuten später machte es der Portugiese besser: Dani Alves bekam den Ball von Asensio an der Mittellinie abgeluchst, der tunnelte den Brasilianer bei seinem Pass auf Vazquez, dessen Flanke punktgenau auf dem Kopf von Ronaldo landete. Der amtierende Weltfußballer hatte keine Mühe mehr zur Real-Führung einzunicken.

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CR7 mit der Führung für Real. PSG-Kapitän Thiago Silva (r.) kann nur zuschauen.


Paris brauchte jetzt drei Treffer, um zumindest die Verlängerung erzwingen zu können. Emery brachte Javier Pastore für Motta, um das Offensivspiel seiner Mannschaft anzukurbeln. Julian Draxler schmorte weiter auf der Bank. Doch statt der Aufholjagd schwächte sich die Pariser Star-Truppe selbst. Marco Veratti flog in der 66. Minute mit Gelb-Rot vom Platz, nachdem er sich lautstark und gestenreich bei Felix Brych beschwert hatte.

Paris Saint-Germain v Real Madrid - UEFA Champions League Round of 16: Second Leg

Gelb-Rot für Verratti: Der italienische Nationalspieler (2. v. l.) ist fassungslos.


20 Minuten vor Schluss keimte dann doch noch etwas Hoffnung auf. Ein Kopfball von Pastore wurde von Ramos an den Oberschenkel von Cavani abgefälscht. Von dort trudelte der Ball in den Real-Kasten zum Ausgleich. Zidane reagierte auf den Treffer mit der Einwechslung von Toni Kroos, der für Kovacic ins Spiel kam.

Knapp 15 Minuten vor Schluss durfte dann auch Draxler mitwirken. Der 24-Jährige kam für den unglücklichen di Maria. Kurz darauf sorgte aber Casemiro für die Entscheidung. Rabiot konnte im eigenen Sechzehner nur unzureichend klären, der Brasilianer bekam den Ball an der Strafraumkante und hatte dann Glück, das sein Schuss unhaltbar abgefälscht wurde.

Mit drei Aluminium-Treffer hätte der Sieg für Real sogar noch höher ausfallen können. So blieb es beim 2:1-Erfolg, mit dem die Königlichen letztlich souverän ins Viertelfinale einzogen.


Die Sehnsucht in Paris nach der ersten Champions-League-Trophäe hält derweil weiter an. In den Spielzeiten 2012/13 bis 2015/16 setzte es für PSG das Aus im Viertelfinale, nun musste man bereits zum dritten Mal in Folge schon in der Runde der letzten 16 die Segel streichen. Für die Königlichen lebt der Traum vom Titel-Hattrick dagegen weiter.