​Normalerweise ist bei Bayer 04 Leverkusen Wendell als Elfmeterschütze vorgesehen. Im Spiel beim VfL Wolfsburg (2:1) erhielt jedoch Lucas Alario den Vorzug, der souverän zum 1:0 für die Gäste verwandelte. Allerdings erfolgte der Wechsel nicht auf Anweisung des Trainers Heiko Herrlich, sondern dank des Weitblicks des etatmäßigen Schützen, der zugunsten seines Teamkollegen verzichtete.


Alle Achtung: In dieser Situation zeigte Wendell Größe. Nachdem Wolfsburgs Maximilian Arnold den Leverkusener Kai Havertz nach einer guten halben Stunde im Strafraum zu Fall gebracht hatte, ​zeigte Schiedsrichter Felix Zwayer folgerichtig auf den Punkt.

VfL Wolfsburg v Bayer 04 Leverkusen - Bundesliga

Für sein Tor in Wolfsburg musste sich Alario nicht nur beim lieben Gott bedanken.


Die mitgereisten Fans hatten sich darauf eingestellt, dass Wendell den fälligen Strafstoß ausführen wird. Doch weit gefehlt: Der Brasilianer, der in dieser Saison bereits zwei Elfmeter verwandelte, überreichte die Kugel an Lucas Alario.


Darum gab Wendell den Ball an Alario weiter!


Der 19-Millionen-Mann stellte sich der Herausforderung und enttäuschte seine Teamkollegen nicht. Der Argentinier durfte sein sechstes Bundesligator feiern. Doch was hatte Wendell eigentlich dazu bewegt, nicht anzutreten? Hatte er etwa ein mulmiges Gefühl? Nein, der Grund war laut Heiko Herrlich ein ganz anderer: "Eigentlich ist es klar, dass Wendell schießt. Heute hat er sehr klug gehandelt und gemerkt, dass der Lucas unbedingt ein Tor braucht."

Zuletzt war dem Stürmer, der kurz nach seinem Wechsel im Sommer noch einen starken Eindruck hinterlassen hatte, irgendwie das Glück abhanden gekommen. In der Rückrunde traf er lediglich beim 4:1 in Hoffenheim (damals immerhin doppelt). Nach fünf torlosen Partien in Folge schenkte ihm sein Kollege nun die große Chance auf das Ende der Durststrecke - ganz zur Freude des Leverkusen-Trainers: "Es ist ein Zeichen von Größe, dass Wendell den Ball weitergegeben hat."