Die viel zitierte Uhr im Hamburger Volksparkstadion steht kurz vor dem Stillstand. Spätestens seit dem 0:0 gegen den Mitkonkurrenten 1. FSV Mainz 05 am Samstag glaubt in der Hansestadt so gut wie niemand mehr an den Klassenerhalt. Während Heribert Bruchhagen von einer "Restchance" redet, spricht die Statistik bereits klar für den ersten Abstieg des Bundesliga-Dinos.


Mit 18 Punkten aus 25 Bundesligaspielen würde es an ein Wunder grenzen, sollte der HSV in der kommenden Saison noch erstklassig unterwegs sein. So schlecht standen die Hamburger in ihrer jahrzehntelangen Historie noch nie da. Bisher hat es kein Verein geschafft, mit einer solch fatalen Bilanz das Ruder noch einmal herumzureißen.

Da man am kommenden Wochenende (Samstag, 15:30 Uhr) obendrein beim FC Bayern München zu Gast ist, scheint der Kampf in Hamburg verloren. ​Ein Tag nach dem unglücklichen Mainz-Remis stellte sich Heribert Bruchhagen laut ​MOPO der Presse. "Die Enttäuschung liegt wie ein bleierner Nebel über allen", so der HSV-Vorstandsboss. Auch wenn er versprach, dass man alles tun werde, "um diese Restchance zu nutzen", ist seinen Worten kaum noch Optimismus zu entnehmen.


Hollerbach: "Aufgeben liegt nicht in meiner DNA"


Anders klingt die Analyse bei Trainer Bernd Hollerbach, der erst einmal eine Nacht darüber schlafen musste: "Das war ein Klasse-Auftritt. Das einzige, was gefehlt hat, war das Tor. Man muss auch sagen, dass der Mainzer Torwart richtig gut war. Wir haben noch neun Spiele. Aufgeben liegt nicht in meiner DNA. Ich bin nach dem Spiel zuversichtlich, dass wir es noch schaffen werden."

Zwar wird auch Bruchhagen seine Arbeit nicht einstellen, sondern weiterhin alles für den HSV in die Waagschale werfen, doch in seiner Position hat er auch die Aufgabe, sich mit dem Worst-Case-Szenario auseinanderzusetzen. "Natürlich müssen wir auch Gespräche darüber führen, was wir für den Fall der 2. Liga tun", sprach er das aus, was der Großteil im Hamburger Umfeld denkt. 


Wie geht es jetzt mit Bruchhagen weiter?


Stellt sich nur noch die Frage, ob Heribert Bruchhagen bei einem Abstieg weiterhin mit von der Partie wäre. Schließlich hatte der neue Präsident Bernd Hoffmann angekündigt, alles auf den Prüfstein stellen zu wollen. "Ich habe immer bereitgestanden, dass ich meine Position zur Verfügung stelle, wenn das das Beste für den HSV ist. Wenn der Aufsichtsrat diese Einschätzung hat, wird man mich abberufen und dann kommt ein anderer", fasst der HSV-Boss seine Situation nüchtern zusammen.


Zumindest darf er bei der Suche nach einem Nachfolger mithelfen: "In meinem Vertrag steht, dass der Aufsichtsrat mich darum bittet, bei der Suche nach meinem Nachfolger mitzuarbeiten"